SV Bad Herrenalb – SC Schielberg 2:2

Deutschland, Kreisklasse B Karlsruhe – Staffel 3 (10.Liga)
Freitag, 19. April 2024, 20 Uhr
Bad Herrenalb, Sportplatz am Rennbach

Der Zuschnitt des Landkreises Calw dürfte einmalig in Fußball-Deutschland sein, denn seine Vereine gehören zwei verschiedenen Landesverbänden (Württemberg und (Nord-) Baden) und dort vier verschiedenen Bezirken/Kreisen (Böblingen/Calw, Nördlicher Schwarzwald, Pforzheim und Karlsruhe) an. Fast wären es sogar drei verschiedene Landesverbände und fünf verschiedene Bezirke, denn bis 1973 gehörte auch die Gemeinde Loffenau zum Landkreis Calw und der dortige FC Loffenau spielt in Südbaden (Bezirk Baden-Baden) mit. Grund für diese bundesweit einmalige Konstellation ist geografische Lage, denn der Landkreis Calw liegt ziemlich genau in der Mitte von Baden-Württemberg, weshalb er schon immer Grenzgebiet war – politisch, aber auch sprachlich. Bis 1952 bildete er auch das Dreiländereck von Württemberg-Hohenzollern (zu dem er gehörte), Württemberg-Baden und Baden, also den drei Vorgänger-Bundesländern von Baden-Württemberg. Hinzu kommt die zerklüftete Lage im dünn besiedelten Nordschwarzwald mit seinen Tälern. Auf der Landkarte mögen zwei Orte direkt nebeneinander liegen, sind aber nicht mit Straßen verbunden und so macht es für den ein oder anderen Verein je nach Tallage Sinn, in einen anderen Bezirk/Kreis oder gar Landesverband zu wechseln. Eine besondere Rolle nimmt dabei Bad Herrenalb ein, eine der vier Bäderstädte des Landeskreises Calw (neben Bad Wildbad, Bad Liebenzell und Bad Teinach-Zavelstein), der sich deshalb auch Bäderkreis Calw nennt. Bad Herrenalb liegt im äußersten Nordwesten des Landkreises und ist stark nach Karlsruhe orientiert und auch an das Karlsruher Straßenbahnnetz angeschlossen, weshalb der SV Bad Herrenalb dem Fußballkreis Karlsruhe angehört. In der Kurstadt gibt es schon seit Ewigkeiten separatistische Bestrebungen, auch politisch in den Landkreis Karlsruhe zu wechseln und nach langem Kampf konnte eine 2016 durchgeführte Volksabstimmung erkämpft werden, bei der eine knappe Mehrheit von 50,4 Prozent für den Wechsel nach KA stimmte. Bitter für die Demokratie: Der Wechsel wurde trotzdem abgelehnt. KA wollte das hochverschuldete Bad Herrenalb nicht, CW wollte es nicht ziehen lassen und schließlich verbot auch final der Landtag 2018 den Wechsel. Da fühlt sich der Bürger natürlich verarscht. Bleib nur der Fußball, bei dem sich die Herrenalber weiterhin als Karlsruher fühlen dürfen. Der örtliche Sportplatz am Rennbach ist ohnehin eine kleine Oase in der von Hotels und Kurgästen geprägten Stadt. Schönes Schwarzwald-Panorama, ein paar Sitzbänke rund um den Platz und dazu das Plätschern des vorbeifließenden Rennbachs – wirklich schön. Dazu alles ziemlich beengt, wobei es schon fast kriminell ist, wie wenig Platz die Schützen bei Eckbällen stellenweise haben. Da sind keine zwei Schritte Anlauf möglich.