TuS Hannibal Dortmund – FC Brünninghausen 0:0

Deutschland, Testspiel
Dienstag, 16. Januar 2024, 19 Uhr
Dortmund, Sport- und Freizeitanlage Hoeschpark – Platz 2

Auch im Ruhrgebiet rollt wieder der Testspiel-Ball – und das an einem ganz besonderen Ort. Es geht nämlich hinein in die Herzkammer von Borussia Dortmund, zum Borsigplatz, also jenem Platz, an dem der BVB seine Titel feiert. Warum ausgerechnet am Borsigplatz? Dort wurde er 1909 im Gasthaus Wildschütz und dort befand sich sein erster Fußballplatz. In ganz enger historischer Verbindung steht er dabei zur Westfalenhütte des Stahlunternehmens Hoesch (1992 von Krupp geschluckt), deren Haupteingang sich am Borsigplatz befand. Vor allem Hoeschianer (Malocher von Hoesch) waren es, die 1909 unter den Gründungsmitgliedern der Borussia zu finden waren. Am Rand des Hüttenwerks baute der Verein sein 1924 fertiggestelltes erstes Stadion, das aufgrund der vielen Pappeln, die im Frühjahr weiß blühen, Weiße Wiese genannt wurde. Die Zuschauerkapazität soll bei 10.000 gelegenen haben, laut Homepage der Stadt Dortmund sogar bei 18.000. Das Gelände rückte dann aber in den Fokus der NSDAP, die die Hütte erweitern wollte und dort auch von 1937 bis 1941 durch die Deutsche Arbeitsfront von „Freiwilligen“ den Hoeschpark errichten ließ. Er sollte die neue grüne Lunge dieses so stark von Industrie geprägten Viertels werden. Die Borussia musste ins Stadion Rote Erde umziehen. Im Hoeschpark entstanden auch verschiedene Freizeit- und Sporteinrichtungen, darunter eine Radrennbahn, und schließlich auch mehrere Sportplätze. Markant ist vor allem das zentral gelegene Leichtathletikstadion, das eine Zuschauerkapazität von 15.000 hat und recht historisch wirkt, bei dem es sich aber nicht um das alte Borussia-Stadion handelt, denn das wurde 1937 abgerissen. Neben einem Baseball-Platz der Dortmund Wanderers und einem American-Football-Feld der Dortmund Giants befindet sich dort auch ein Kunstrasenplatz (der sogenannte Platz 2), auf dem mehrere Fußballvereine ihre Heimspiele austragen, darunter der TuS Hannibal Dortmund. Wenn ich das richtig lokalisiere, dann müsste sich dieser Platz 2 ziemlich genau an der Stelle befinden, an der das alte Borussia-Stadion stand. Klar ist aber auf jeden Fall, dass man auf den paar Metern vom Borsigpark zum Hoeschpark jede Menge BVB-Luft atmet. Ich mag den Verein ja eigentlich überhaupt nicht, weil er in meinen Augen nicht mehr viel mit Dortmund an sich zu tun hat und er eigentlich nur ein gelb-schwarzer FC Bayern ist, aber umso mehr beeindruckt mich diese Wiege des BVB rund um den Borsigplatz, weil er da dann doch als Pott- und Malocher-Club wahrnehmbar ist. Und so ist dann auch dieser eigentlich total unscheinbare Platz 2 des Hoeschparks total spannend, selbst bei einem belanglosen Testspiel Mitte Januar, weil das hier historischer deutscher Fußball-Boden ist.















 

SV Kutenhausen/Todtenhausen U19 – SV Heide Paderborn U19 2:4

Deutschland, Testspiel
Sonntag, 14. Januar 2024, 13 Uhr
Minden, Sportplatz Kutenhausen – Platz 2

Ja, in Westfalen rollt Mitte Januar schon wieder der Ball – aber noch nicht auf ganz breiter Fläche. Und somit ist ein lausiges A-Jugend-Testspiel die einzige Ausbeute an diesem Sonntag. Es geht ausnahmsweise im Auto nach Minden zum SV Kutenhausen/Todtenhausen, der meist nur als SVKT Minden in Erscheinung tritt. Gespielt wird auf dem Sportplatz in Kutenhausen und dort meist nur auf dem Kunstrasen-Nebenplatz, was bei einem Testspiel im Januar natürlich definitiv der Fall ist. Kein Ausbau, aber doch ein paar nette Details – von Aschenbechern aus alten Zügen bis hin zur einer im Wurststand aufgehängten Kopie der Meisterschale. Der hat heute geschlossen, aber man hat bei diesen kalten Temperaturen zwei Kannen Kaffee und ein paar Tassen hingestellt, an denen sich jeder bedienen kann.

















 

FSC Rheda – SC Westfalia Herne 1:1

Deutschland, Testspiel
Samstag, 13. Januar 2024, 15 Uhr
Rheda-Wiedenbrück, TSG-Kampfbahn – Platz 2

13. Januar – in Westfalen läuft schon wieder der Testspielbetrieb. Bei mir zu Hause in Baden-Württemberg Mitte Januar völlig undenkbar, aber auch das nehme ich in meiner bald endenden Bielefeld-Zeit gerne mit. Dass der Ball heute aber auf dem Nebenplatz der TSG-Kampfbahn in Rheda rollt, steht lange auf der Kippe, denn in Ostwestfalen gibt es derzeit starke Hochwasser. So richtig mit Ministerpräsident-Besuch. Schon auf der Zugfahrt von Bielefeld nach Rheda-Wiedenbrück sehe ich viele überflutete Felder und auch auf der TSG-Kampfbahn liegen viele Sandsäcke aus. Durch den Zaun kann man gut sehen, dass auf den dahinterliegenden Feldern das Wasser noch knöchelhoch steht. Aber es kann gespielt werden! Zu Gast ist Westfalia Herne und da frage ich mich, was die eigentlich dazu verleitet hat, ein Testspiel im 100 Kilometer entfernten Rheda-Wiedenbrück anzusetzen. Gibt’s im Ruhrgebiet keine Gegner? Abgezählte 6 Zuschauer geben sich den Kick, darunter keine erkennbaren Herner. Dafür ist Westfalia-Trainer Christian Knappmann dabei, der einen ganz eigenen Ruf hat. Als Spieler war er bei 16 verschiedenen Vereinen (von Wacker Burghausen über Kickers Offenbach und Rot-Weiß Essen bis zum VfR Neumünster war wirklich alles dabei), als Trainer ist er für seinen exzentrischen Stil bekannt. Dass er mich hier heute per Handschlag begrüßt, weil er mich offenbar für einen Offiziellen hält, betrachte ich als Ritterschlag.