Deutschland, Kreisliga B Baden-Baden – Staffel 2 (10.Liga)
Sonntag, 14. April 2024, 15 Uhr
Rastatt, OSV-Stadion am Schwalbenrain
Die völlig ramponierte und für Zuschauer bereits gesperrte Tribüne des Rastatter OSV-Stadions am Schwalbenrain wird demnächst plattgemacht – also schnell noch abhaken. Der hiesige Fußballbezirk Baden-Baden hat eine ungewöhnlich gute Stadionlandschaft und das insbesondere bei unterklassigen Vereinen. Genannt seien das Traischbachstadion in Gaggenau, das Heilwaldstadion in Durmersheim und das sehr selten bespielte Hans-Bretz-Stadion in Ettlingen. Besonders sticht aber Rastatt (50.000 Einwohner) heraus, in dem es gleich drei Stadien mit alter Tribüne gibt: das Münchfeldstadion, das Frankonia-Stadion am Schwalbenrain und das OSV-Stadion am Schwalbenrain. Das Frankonia-Stadion und das OSV-Stadion stehen dabei direkt nebeneinander. Da wir ja zuvor beim Rastatter Verein der sogenannten Donauschwaben waren, könnte man auf den ersten Blick meinen, wir sind erneut bei einem Verein einer deutschen Minderheit gelandet, in dem Fall aus Polen. Tatsächlich ist der 1988 gegründete Oberschlesische SV aber der Verein der polnischen Minderheit in Rastatt. Oder anders gesagt: ein polnischer Migrantenverein. Und es ist tatsächlich der einzige polnische Fußballverein in Baden-Württemberg, was einfach damit zu tun hat, dass es in Süddeutschland vergleichsweise wenige Polen gibt. Die Statistischen Landesämter sagen: In ganz BW, das immerhin das dritteinwohnerreichste Bundesland ist, leben nur 81.000 Polen, hingegen in Berlin 100.000, in Hamburg 71.000 und in NRW 220.000. Viele Aufkleber von Ruch Chorzow und ein alter Bierwagen von Zywiec geben dem stellenweise völlig verwahrlosten OSV-Stadion einen kleinen polnischen Anstrich, ansonsten merkt man aber eigentlich gar nicht, hier bei einem Migrantenverein gelandet zu sein. Es sind ohnehin nur wenige Zuschauer da. Und die, die da sind, sind teilweise ebenfalls Hopper, die das Stadion noch mit Tribüne machen wollen. Bei so viel Internationalität verschlägt es uns nach dem Abpfiff erneut hinüber ins Elsass, wo wir stilecht Tarte flambée (Flammkuchen) essen wollen. Im Elsass ist das eine absolute Wissenschaft für sich, vergleichbar mit dem Pizza-Kult in Italien. Wir fahren dafür in das unweit der Grenze gelegene Beinheim – in ein Restaurant mit dem klangvollen Namen Le Caveau du Gaentzebrinnel. Caveau ist das französische Wort für Keller, als Gaentzebrinnel wird auf Elsässerdeutsch ein kleiner Brunnen bezeichnet. Der Schuppen ist Mitglied in der 1979 gegründeten Confrèrie du véritable Flammekueche (Bruderschaft der echten Flammkuchen) und natürlich auf Tarte flambée spezialisiert. Zwischen 10,20 und 14,50 Euro kostet eines der guten Stücke, wobei wie so oft im Elsass auch ein all you can eat angeboten wird, in dem Fall für 15,50 Euro. Das kann sich durchaus lohnen. Auf jeden Fall qualitativ absolut zu empfehlen! Mit vollem Bauch geht es malerisch über den Schwarzwald wieder nach Hause. Richtiger Wellness-Tag!





















