Italien, Serie C – Girone C (3.Liga)
Montag, 25. September 2023, 20.45 Uhr
Catania, Stadio Angelo Massimino
Vor zehn Tagen begann die Tour in der österreichischen Steiermark, am heutigen Montag endet sie in Catania. Jeden Tag gab es Fußball und mit einer Ausnahme auch jeden Tag Fußball mit Halligalli auf den Rängen. Und zum Abschluss dann noch mal ein richtiges Brett. Mit dem Zug geht’s am Morgen wieder entlang der wunderschönen Nordküste Siziliens nach Catania, wo der Hauptbahnhof ebenfalls direkt am Meer liegt. Apartment in Stadionnähe beziehen, in einer absolut genialen Paninoteca stärken und dann rein ins Stadio Angelo Massimino. Für viele gehört Catania zu den Top 5 in Italien – und das kann ich nach dem heutigen Spiel nur bestätigen. Sehe ich auch so! Die Ultras-Szene von Catania ist so groß, dass die Gruppen sich auf beide Kurven verteilen (müssen). Einziger Nachteil ist, dass sie dann zwangsläufig gegeneinander ansingen (müssen), aber hin und wieder gibt es auch gemeinsame Wechselgesänge. Dann bebt die Bude richtig! Was mir nach mittlerweile knapp 200 Stadion-Besuchen in Italien nicht mehr so gefällt: Das Liedgut der einzelnen Szenen unterscheidet sich oft nicht. Bei den ersten Italien-Fahrten findet man das nicht so schlimm, weil es halt ein gutes Liedgut ist, aber nach dem 50. oder 100. „undici leoni“ oder „forza ragazzi“ wird’s dann doch ein bisschen eintönig. Catania bildet da eine wohltuende Ausnahme, weil einerseits viele Lieder gesungen werden, die man sonst nicht in Italien hört, oder aber andererseits bekannte Lieder leichte Abwandlungen erhalten. Besonders genannt sei das „siamo figli del vulcano, con la lava nelle vene“ („Wir sind Söhne des Vulkans, haben Lava in den Venen“; hier nachzuhören), was schon allein vom Text her mit dem vor Catania stehenden Vulkan Ätna eine ganz persönliche Note hat. Ich bin wirklich schwer begeistert von Catania. Und da auch die vor drei Tagen gesehene Curva Nord von Palermo ein Kandidat für die Top 5 oder zumindest die Top 10 Italiens ist, ist das wirklich ein ganz besonderes (verlängertes) Wochenende für mich. So kompakt hat man das selten. Der Gästeblock bleibt leider leer, nachdem die Ultras von Foggia vor drei Wochen in Taranto ihren Gästeblock in Brand gesteckt hatten (siehe hier). Foggia macht Foggia-Sachen. Mit den Typen noch hier im Stadion wäre es dann vermutlich endgültig ein absoluter Hit gewesen. Da mein Flug von Catania nach Stuttgart erst am Dienstagabend um 19.25 Uhr geht, bleibt mir noch fast ein ganzer Tag, um die Stadt des Elefanten (ein Brunnen mit einem Elefanten aus Ätna-Lava vor dem Dom ist das Wahrzeichen von Catania, weshalb der Elefant auch im Vereinswappen von des Catania FC abgebildet ist) ein weiteres Mal in Augenschein zu nehmen. Ich war 2020 während des Festes der Heiligen Agata schon mal in Catania (siehe hier) und muss deswegen an dieser Stelle nicht alles wiederholen. Zusammengefasst: Catania ist noch ein bisschen rotziger als Palermo, die Altstadt längst nicht so groß und prachtvoll wie die der Inselhauptstadt, aber doch sehr charaktervoll. Durch den Ätna spielt auch in Catania der Tourismus eine Rolle, ist aber in der Altstadt deutlich weniger präsent als in Palermo, eben weil nach Catania niemand wegen der Altstadt kommt, sondern wegen dem Ätna. Einigermaßen gut organisiert ist, dass es mit dem Alibus einen Shuttlebus von der Innenstadt zum Flughafen gibt (Fahrpreis: 4 Euro), auch wenn der nicht immer ganz zuverlässig fährt. Der Flughafen von Catania ist dagegen in meinen Augen eine Katastrophe, weil es zu wenige Sitzmöglichkeiten gibt und meist völliges Chaos herrscht. Wie gut, dass der Hopper in der Regel immer erst auf den letzten Drücker im Terminal ankommt und davon nicht viel mitbekommt.























































































