Schweiz, 5.Liga FVNWS – Staffel 2 (9.Liga)
Samstag, 20. April 2024, 20.30 Uhr
Stein AG, Sportanlage Bustelbach
Letzter Akt des Tages und wieder geht es hinein in einen geteilten Ort am Rhein. Am Namen erkennt man es in diesem Fall zwar nicht, aber auch in diesem Bereich ist der Rhein erst seit 1802 eine Grenze und bis dahin war das heute schweizerische Stein AG ein Stadtteil des deutschen Bad Säckingen. Das merkt man daran, dass sich die wunderschöne Altstadt von Bad Säckingen auf beiden Rheinseiten ausgedehnt hat und ein kleiner Teil somit in Stein AG steht. Verbunden sind diese beiden Teile der Altstadt mit einer im Jahr 1275 (!) eröffneten Holzbrücke, die mit 203,7 Metern die längste überdachte Holzbrücke Europas ist – 80 Zentimeter länger als die berühmte Kapellbrücke in Luzern. Bei der Säckinger Holzbrücke kommt aber noch die Kuriosität hinzu, dass durch sie hindurch eine Staatsgrenze (und EU-Außengrenze) verläuft, die mit einem weißen Strich auf dem Boden markiert ist. Stein AG ist übrigens nicht zu verwechseln mit Stein am Rhein im Kanton Schaffhausen. Zwar liegen beide Steins am Rhein, weshalb gerade in diesem Fall der in der Schweiz übliche Zusatz des Kantonkürzels sinnvoll gewesen wäre, aber dennoch wich man von dieser Praxis ab. Das ist der Schweiz hier offenbar alles noch nicht kurios genug. Auf mich wartet nun zunächst einmal die zweite Mannschaft des FC Stein und genau wie dem FC Gutmadingen mit seinem ungewöhnlichen 11-Uhr-Spiel ist es auch hier einer ungewöhnlichen Anstoßzeit (20.30 Uhr) zu verdanken, dass dieser Fünfer überhaupt klappt. Auch hier wieder der Fall wie zuvor in Wallbach: Stein AG liegt im Kanton Aargau, der FC Stein gehört aber nicht zum Aargauischen Fussballverband, sondern zum Nordwestschweizer Fussballverband (kein Schreibfehler – im schweizerischen Deutsch gibt es den Buchstaben ß nicht). Eine Stehstufe bietet die Sportanlage Bustelbach, dazu ein modernes Vereinsheim. Zuschauer sind praktisch gar keine da, doch in der zweiten Halbzeit tauchen plötzlich zehn junge Leute auf, die die Gäste vom SC Basel-Nord unterstützen – mit Gesang und Fahne schwenken. Das hätte ich wirklich niemals erwartet. Abpfiff um kurz vor 22.30 Uhr, da will man eigentlich in Anbetracht der über zweistündigen Rückfahrt schnell nach Hause, aber den Gang über die fast 750 Jahre alte Holzbrücke und wieder zurück lasse ich mir selbstverständlich nicht nehmen. Denn wenn man immer nur sofort nach Hause will, braucht man ja eigentlich gar nicht erst losfahren.




























