FC Viktoria Berghausen – SG DJK/FV Daxlanden 0:1

Deutschland, Kreispokal Karlsruhe (Halbfinale)
Mittwoch, 11. Oktober 2023, 19 Uhr
Pfinztal, Sportplatz Brunnenstraße

Es ist Oktober und im Kreispokal Karlsruhe wird bereits das Halbfinale ausgetragen. Hin da! Berghausen liegt direkt an der Bahnstrecke Karlsruhe–Pforzheim und da auf der auch die Karlsruher Straßenbahn verkehrt, die mit 663 Kilometern Länge das größte Straßenbahn-Netz Europas besitzt und an wirklich jeder Milchkanne hält, ist es erklärtes Ziel von mir, alle Grounds entlang der Bahnstrecke Karlsruhe–Pforzheim zu machen, zumal sich die dortigen Plätze auffallend oft direkt neben der Schiene befinden. Die knallgelben Karlsruher Straßenbahnen sind optisch in dieser Ecke also durchaus Teil des Fußballgeschehens. Wer zu Viktoria Berghausen will, steigt – eigentlich ganz logisch – an der Haltestelle „Berghausen Stadion“ aus. Gemeint ist mit dem Haltestellennamen jedoch nicht der Viktoria-Ground, sondern das mit ein paar Stehstufen ausgestattete Leichtathletik-Stadion von Berghausen, in dem leider kein Fußball gespielt wird, in das wir interessehalber aber auch mal hineinschauen. Von dort sind es allerdings nur ein paar Schritte bis zur Viktoria. Kurzer Fußweg, aber man kommt sogar an einem kleinen Highlight vorbei, nämlich am Thai-Tempel von Berghausen. Was es hier nicht alles gibt… Der inzwischen nach einem örtlichen Bestattungsunternehmen benannte Sportplatz an der Brunnenstraße ist bei einem Pokal-Halbfinale natürlich gut besucht. Schmiedeeisternes Eingangstor mit Vereinsnamen, eine Mini-Tribüne mit Sitzschalen und eine mit lauter Sitzbänken gespickte Gerade – durchaus in Ordnung. Dazu liegen heute neben der üblichen Bratwurst auch Cevapcici auf dem Grill. Macht also wirklich Spaß hier. So sehr, dass ich es traurig finde, dass Viktoria Berghausen nicht der Einzug ins Pokalfinale gelingt.








































 

TSV Genkingen – SG Talheim/Öschingen 3:1

Deutschland, Bezirkspokal Alb (Achtelfinale)
Dienstag, 10. Oktober 2023, 19 Uhr
Sonnenbühl, Sportanlage Greuth

Die Freundin aus Bielefeld ist wie gesagt aktuell bei mir im Ländle zu Gast – und die soll natürlich möglichst viel Uriges aus dem Ländle sehen. Bevor es am Abend zusammen mit Michi zum Bezirkspokal hinauf auf die Schwäbische Alb geht, ist daher noch eine volle Portion Schwarzwald im Nagoldtal angesagt. Im winzigen Örtchen Seitzental gibt es nämlich ein richtig altes, direkt an der Nagold gelegenes Gasthaus namens Talmühle. Ein uraltes Ehepaar betreibt dieses Kleinod, das durch seine Lage am Nagoldtalradweg an schönen Tagen zwar durchaus von Rad-Touristen besucht wird, aber unterm Strich ist nicht viel los. Finanziell lohnt es sich schon lange nicht mehr, den Laden weiter in Betrieb zu halten, und das alte Ehepaar sagt ganz offen, dass sie das nur noch machen, weil sie das ihr ganzes Leben lang gemacht haben und nichts Besseres mit ihrer Zeit anzufangen wissen. Und sie sagen ganz offen: Sobald sie tot sind, wird das Gasthaus für immer schließen. Ich gehe daher gerne ab und zu in die Talmühle, weil sie einerseits eine wunderschöne Zeitreise ist, hinein in eine Epoche, in der der Tourismus im Schwarzwald noch eine bedeutend größere Rolle gespielt hat. Und zum anderen will ich auch einfach das Wirte-Paar unterstützen, denn die geben sich viel Mühe und bieten sogar täglich einen hausgemachten Wurstsalat an, der absolut prima schmeckt. Anschließend tuckern wir hinauf auf die Alb nach Genkingen, wo heute das Achtelfinale im Bezirkspokal des Fußballbezirks Alb ansteht. Auch dort geht es recht urig zu – so ein richtig schöner Sportplatz alter Marke und sogar immerhin mit zwei Stufen ausgestattet. Dazu Zwiefalter Klosterbräu im Ausschank und eine astreine Rote vom Grill!