Deutschland, Kreisliga A Bremen (8.Liga)
Sonntag, 18. Februar 2024, 17 Uhr
Bremen, Bezirkssportanlage Schevemoor
Nach dem Abpfiff geht es vom Panzenberg mit der Straßenbahn weiter in den im Osten gelegenen Stadtteil Osterholz. Die dortige Bezirkssportanlage Schevemoor liegt am Rand des sogenannten Schweizer Viertels, das seinen Namen deshalb hat, weil die dortigen Straßen nach Schweizer Städten, Kantonen und Regionen benannt sind. Es wurde in den 1960ern und 1970ern als Sozialbau-Siedlung hochgezogen und scheint einen eher zweifelhaften Ruf zu haben. Also so ziemlich das Gegenteil von Schweiz. Vollkommen zufrieden stimmt mich die Bezirkssportanlage Schevemoor, die auf einer Geraden über fünf Stehstufen verfügt. Hausherr ist der TSV Osterholz/Tenever, der auf fussball.de allerdings unter diesem Namen nicht zu finden ist, sondern nur als OT Bremen. Bescheuert. Geboten wird heute Abend Fußball in der Kreisliga A, die aus zwei Staffeln bestehen – eine für Bremen und eine für Bremerhaven. In der darüberliegenden Bezirksliga treffen dann erstmals Mannschaften aus beiden Städten des Bundeslandes aufeinander. Zu Gast ist heute ein ganz besonderer Verein, denn der SV Mfandena ist einer von Deutschlands wenigen afrikanischen Vereinen. Der 2019 gegründete Verein trägt seine Heimspiele ebenfalls hier auf der Bezirkssportanlage Schevemoor aus, was dem Platzhirschen TSV Osterholz/Tenever laut einem Artikel des Weser-Kuriers (hier nachzulesen) aber überhaupt nicht gefallen hat. Der schaltete die Behörden und den Bremer Fußballverband ein, um den SV Mfandena zu verdrängen, allerdings ohne Erfolg, schließlich handelt es sich um eine Bezirkssportanlage, also eine öffentliche Sportanlage. Das heutige Aufeinandertreffen zwischen der zweiten Mannschaft des TSV Osterholz/Tenever und dem SV Mfandena ist also vor diesem Hintergrund ein ganz besonderes Anlagen-Derby – und der 9:1-Kantersieg der Afrikaner somit auch ein klares Statement. Mein Zug zurück nach Bielefeld via Osnabrück hält glücklicherweise auch am nahegelegenen Bahnhof Bremen-Mahndorf, allerdings kommt dann das Urproblem auf mich zu, dass in Niedersachsen in Regionalzügen ein komplett bescheuertes Alkoholverbot herrscht. Das gibt es meines Wissens nach in Deutschland so flächendeckend nur in Niedersachsen. Noch schlimmer: Hier oben im strengen Norden wird das auch noch tatsächlich umgesetzt und bei Verstoß eine Strafe von 40 Euro erhoben. Da muss man sich also häufiger mal auf die Zugtoilette verkrümeln, um in Ruhe sein Bierchen trinken zu können.



















