Griechenland, K16 A Kategoria Peiraiá – Group 2
Samstag, 3. Februar 2024, 9.30 Uhr
Korydallos, Athlitiko Kentro Koridallou
3x Fußball und 1x Volleyball stehen heute auf dem Programm. Lockerer Aufgalopp in Korydallos (60.000 Einwohner), in dem das größte Gefängnis Griechenlands steht. Wie findet man solche Spiele im Internet? Griechenland ist da leider sehr unübersichtlich. Unfassbare 53 verschiedene regionale Fußballverbände gibt es, in denen der Fußball unterhalb der 3.Liga organisiert ist. Gar nicht so einfach, immer herauszufinden, wer da für welche Region zuständig ist. Im Großraum Athen gibt es zwei regionale Fußballverbände: Athen und Piräus. Und die gehören ganz klar zu den besser organisierten, insbesondere ihre Internetseiten betreffend. Auf beiden gibt es eine Art Matchkalender für die kommenden Tage, gleich unten auf der Startseite. Die schwierige Übung ist natürlich herauszufinden, wo genau der Regionalverband von Athen und wo der von Piräus zuständig ist, denn alle Städte im Großraum Athen sind völlig miteinander verwachsen und die einzelnen Grenzen sind nicht mehr zu erkennen. Im Jugendfußball gilt: Eine A-Jugend gibt es nur bei den Profivereinen, ansonsten ist in Griechenland die B-Jugend die höchste Altersklasse. Im Regionalverband Athen ist es die U17 (in Greichenland K17 genannt), im Regionalverband Piräus die U16 (K16). Und so bekomme ich heute Morgen in Korydallos die höchste B-Jugend-Liga von Piräus zu sehen. Start ist wie immer am völlig heruntergekommenen Omonia-Platz, wo aber auf Fotos in der Metro-Station noch sehr gut der Glanz vergangener Tage zu sehen ist. Korydallos liegt westlich von Athen und ist damit genauso nah dran an Athen wie an Piräus, aber dennoch voll auf Piräus ausgerichtet wie man unschwer an den im Großraum Athen an jeder Straßenecke vorhandenen Fußball-Schmierereien sehen kann. In Korydallos sieht man wirklich ausschließlich Olympiakos und Gate 7. Dass sich eine Stadt voll in der Hand einer der drei großen Vereine befindet, ist im Großraum Athen absoluter Standard. Ebenfalls Standard ist, dass sich die Stadien inmitten der Wohnbebauung befinden und die durchweg mehrgeschossigen Häuser über die Stadionmauern hinwegragen. Genau das macht für mich den Charme des Großraum Athen aus. Da bildet das Stadion von Korydallos keine Ausnahme, wenngleich es mir doch einen Tick zu modern und zu gut in Schuss ist. Allerdings punktet das Stadion dafür mit seiner Lage direkt neben dem örtlichen Gefängnis, das wie gesagt das größte von Griechenland ist. Über die unfassbaren Zustände in der Hütte hatte mal die Süddeutsche Zeitung einen Artikel geschrieben (hier nachzulesen). Darin heißt es unter anderem, dass von den Insassen sogar eine eigene Waffenschmiede betrieben wurde und es immer wieder zu Ausbrüchen komme, auch weil dort Nachschlüssel der Zellen hergestellt wurden. In Anbetracht dessen ist es schon ein bisschen gruselig, dass direkt hinter der Tribüne die Gefängnismauern emporschießen und man auch die Wachtürme und die Gefängniskirche gut sehen kann, aber zumindest während des Spiels kommt es zu keinen Zwischenfällen.



















