CE Júpiter B – Deportivo Paraguay Barcelona 2:2

Spanien, Tercera Catalana – Grup 10 (9.Liga)
Sonntag, 25. Februar 2024, 20 Uhr
Barcelona, Estadio Municipal Júpiter

Beim letzten Spiel des Tages muss ich mich wieder über meine Unkenntnis ärgern, denn auch der Club Esportiu Júpiter gehört zu den Vereinen in Barcelona mit Fanszene. Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich nicht zu einem Spiel der zweiten Mannschaft gegangen, bei der die Fanszene natürlich nicht aktiv ist. Die erste Mannschaft spielt inzwischen nur noch in der 7.Liga, war aber mal in den 1930ern für zwei Jahre in der 2.Liga und pendelte anschließend bis 1998 stets zwischen 3. und 4.Liga, ehe man dann in der Versenkung verschwand. Wenig überraschend steht hier daher eine gar nicht mal so kleine Tribüne und auch die restlichen drei Seiten sind mit ein paar Stufen ausgestattet. Da ich vor dem Spiel noch ordentlich Zeit habe, kehre ich ins Vereinsheim ein, in dem es – wie so oft in Spanien – eine richtig gute Tapas-Küche gibt. Zu Gast ist heute ein paraguayischer Migrantenverein und der bringt ordentlich Leute mit, die eine große Paraguay-Flagge vor der Haupttribüne hissen und ab und an supporten. Bei meinem Rundgang durch das Stadion stoße ich zudem auf zahlreiche Aufkleber der Heimszene und die machen deutlich, dass man auch hier politisch weit links steht. Reducte Grisgrana nennt sich die führende Gruppe. Für mich endet damit der Barcelona-Trip, der mir deutlich mehr Spaß gemacht hat als gedacht – abgesehen vom Heimspiel des FC Barcelona. Mein Flug zurück nach Köln/Bonn geht früh am nächsten Morgen. Da lohnt sich keine Nacht im Hotel, also verdaddel ich noch ein bisschen Zeit an der Sagrada Família, die demnächst das Ulmer Münster als höchste Kirche der Welt ablösen wird. Bereits seit 1882 befindet sich die von Antoni Gaudí entworfene Sagrada Família in Bau, die ohne finanzielle Mittel von Kirche und Staat gebaut wird, sondern allein durch Spenden finanziert wird, weshalb sich die Fertigstellung schon so lange hinzieht. Aktuell wird das Jahr 2035 als möglicher Zeitpunkt der Fertigstellung angegeben. Ich finde das Ding mega-interessant, weil es architektonisch etwas vollkommen anderes ist mit diesem typischen Gaudí-Stil, der wie zerlaufener Wachs aussieht, und weil mich die Art der Finanzierung total fasziniert. Gegen Mitternacht geht es per Metro ab zum Flughafen (auch hier wird dafür ein Sondertarif fällig), ein bisschen im Terminal schlummern und dann hinein in den gelb-blauen Ryanair-Flieger.