Deutschland, Testspiel
Dienstag, 23. Januar 2024, 19.45 Uhr
Dortmund, Stadion an der Hövel
Als ich mir am Morgen die Zugverbindung für die Fahrt zum TuS Eichlinghofen in Dortmund raussuche, traue ich fast meinen Augen nicht, denn die DB zeigt mir als Verkehrsmittel neben dem Zug eine Schwebebahn an. Muss ich da wirklich von Bielefeld über Wuppertal fahren, um in einen Dortmunder Stadtteil zu gelangen? Nein, natürlich nicht. Doch was ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: In NRW gibt es nicht nur eine, sondern gleich drei Schwebebahnen. Bekannt ist natürlich die in Wuppertal, aber auch mit der zweiten bin ich schon unwissentlich gefahren, nämlich dem Skytrain am Düsseldorfer Flughafen, der ebenfalls als Schwebebahn gilt. Und dann gibt es tatsächlich noch die Dortmunder Schwebebahn, von der ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie etwas gehört habe. Diese sogenannte H-Bahn wurde 1984 gebaut und verband zunächst nur den Nord- mit dem Südteil des Campus der Universität Dortmund. Inzwischen hat das Netz eine Gesamtlänge von 3,1 Kilometern, fünf Haltestellen und besteht aus zwei Linien. Neben der Ursprungslinie vom Campus Nord zum Campus Süd führt seit 1993 eine weitere Linie von der Station Eichlinghofen über den Campus zum S-Bahnhof Universität und seit 2003 weiter zur Station Technologiezentrum. Bei der Dortmunder H-Bahn und dem Skytrain am Düsseldorfer Flughafen handelt es sich um die gleichen Modelle, die autonom und somit fahrerlos unterwegs sind. Gespannt betrete ich also am S-Bahnhof Universität die Dortmunder Schwebebahn und muss schon sagen: Ein echtes Stück ÖPNV-Kultur, das mich schwer begeistert, zumal ich erst am Morgen davon erfahren habe. Mit Begeisterung geht es weiter, denn zum einen haut der örtliche Supermarkt in Eichlinghofen die Dose Dortmunder Kronen für 79 Cent raus, zum anderen lässt das Stadion an der Hövel des TuS Eichlinghofen mit seinen zwei überdachten Tribünen mein Herz höherschlagen. Eine Tribüne ist sogar mit alten grünen Sitzschalen aus dem Westfalenstadion ausgestattet. Ganz, ganz starker Abend, trotz des ekelhaften Regens. Und das Schöne daran: Es gibt auch noch einen Rückweg, also eine weitere Fahrt mit der H-Bahn. Es sind halt die kleinen Dinge im Leben, die wirklich glücklich machen.

































