Italien, Serie D – Girone H (4.Liga)
Sonntag, 7. Januar 2024, 15 Uhr
Nardò, Stadio Giovanni Paolo II
Im vorherigen Bericht hatte ich geschrieben, dass hinter Lecce nichts mehr kommt. Das stimmt allerdings nur in Bezug auf größere Städte, denn Kleinstädte gibt es im südlichen Teil des Salento durchaus noch – auch mit aktiver Ultras-Szene. Eine solche davon findet sich in Nardò (30.000 Einwohner). Glücklicherweise ist der Ort ans Bahnnetz anschlossen, denn um den ÖPNV ist es in Apulien insbesondere abseits der Küste nicht gut bestellt. Und so geht es mit einer kleinen Bimmelbahn immer an Kakteen und Palmen vorbei zum Bahnhof Nardò Città, von dem aus es nur ein paar Schritte bis zum nach Papst Johannes Paul II. benannten Stadion sind. Ein schönes Beispiel dafür, dass der Süden Italiens doch deutlich konservativer und religiöser ist als der Norden. Vorher schaue ich mir aber noch die Altstadt an. Genau wie Lecce liegt Nardò ein paar Kilometer vom Meer entfernt, ist aber dennoch einen Blick wert. Ich wiederhole mich: Italienische Altstädte sind immer wunderschön. Zufälligerweise läuft im Innenhof einer Kirche derzeit eine kleine Fotoausstellung über die lokale Ultas-Szene, die ich natürlich gerne mitnehme. Problematisch ist nur, dass man in italienischen Altstädten zur Mittagszeit in der Regel keine Pizza bekommt. Und auch da ist Süditalien noch konservativer als der Norden, so dass ich notgedrungen vor einem Teller Pasta lande. Ebenfalls organisiert werden muss noch die Weiterfahrt in den Nachbarort Galatone, wo direkt im Anschluss der Ball rollt. ÖPNV ist nicht vorhanden und Taxis sehe ich den ganzen Tag über in Nardò auch keine. Man könnte die nur sechs Kilometer vom Stadio Giovanni Paolo II bis zum Stadio Gigi Rizzo in Galatone auch zu Fuß gehen, aber ich habe nur 15 Minuten Zeit. In einer Bar wird mir ein lokaler Taxi-Dienst vermittelt, mit dem ich per Whatsapp kommuniziere. Das gestaltet sich wie erwartet schwierig, obwohl ich dem Fahrer via Google Maps einen exakten Standort am Stadion schicke, an dem er bitte um Punkt 16.50 Uhr auftauchen soll. Da bin ich wirklich sehr gespannt, ob das klappt. Erst einmal ruft aber die Serie D im Stadio Giovanni Paolo II und dort ist mit Fidelis Andria eine Szene mit sehr gutem Ruf zu Gast. Rund 300 tifosi ospiti sind aus dem 250 Kilometer entfernten Norden Apuliens angereist und hinterlassen bei mir einen exzellenten Eindruck. Auch die Heim-Ultras auf der Haupttribüne sind gut drauf, zeigen sogar zum Anpfiff eine Blockfahne mit dem Stadtwappen, sind den Gäste-Ultras jedoch zahlenmäßig unterlegen und verlieren das Duell auf den Rängen.






































