Belgien, Pro League (1.Liga)
Sonntag, 21. Januar 2024, 18.30 Uhr
Leuven, Stadion Den Dreef
Nach dem Abpfiff im Bosuilstadion geht es eilig zurück zum wunderschönen Antwerpener Hauptbahnhof und weiter nach Leuven, wo für mich das zweite Erstligaspiel an diesem Tag ansteht. 8,40 Euro kostet die Fahrt – schön günstig in Belgien. Macht wirklich Spaß in diesem Land! Leuven (100.000 Einwohner) besitzt eine sehenswerte Altstadt, der ich mich aber erst am späten Abend widmen kann, denn zuerst ruft König Fußball. Rekordmeister RSC Anderlecht gibt sich die Ehre im Stadion Den Dreef, das in einem eher schwierigen Viertel mit lauter Sozialbau-Kolossen steht. Das Stadion in seiner jetzigen Form ist leider nur Einheitsbrei, aber man erkennt noch die alten Stehränge, denn man hat einfach Stahlrohrtribünen auf die frühere Laufbahn gesetzt, also quasi ein neues Stadion im alten Stadion gebaut. Zur kleinen Heimszene muss man kein Wort verlieren, wesentlich interessanter ist der Blick in den ausverkauften Gästeblock. Ich war ja erst vor knapp zwei Monaten bei einem Heimspiel vom RSC Anderlecht und hatte mich schwer für diesen Verein und sein Umfeld begeistert. Dieser Anderlecht-Effekt fehlt natürlich bei Auswärtsspielen, aber auch ohne ihn gibt es einen richtig schönen französischen Supportstil von den Gästefans, wobei es so richtig laut nur dann wird, wenn der Schlachtruf „We are Anderlecht“ im britischen Stil angestimmt wird. Nervig ist, dass im Stadion weder mit Bargeld noch mit Bankkarte bezahlt werden kann, sondern man sich so eine Bezahlkarte holen muss, die eine Gebühr von 1 Euro kostet. Bezahlkarten finde ich sowieso scheiße, aber wenn diese nicht mal kostenlos sind, sollte man das eigentlich boykottieren. Leider habe ich Durst. Und Durst ist schlimmer als Heimweh. Schöne Geste: Überall an den Bierständen sind die Telefonnummern der lokalen Taxiunternehmen angeheftet mit dem Hinweis: Don’t drink and drive. Ebenfalls schön: Beim RSC Anderlecht steht wieder Kasper Schmeichel im Tor. Sein Vater Peter Schmeichel und Walter Zenga waren meine Lieblingstorhüter in meiner Jugend, in der auch ich zeitweise mal Torwart war. Nach dem Spiel geht es zu Fuß in die schöne Altstadt von Leuven mit ihrem imposanten gotischen Rathaus. Besonders hohe Frituur-Dichte hier, so dass wirklich alle Organe auf ihre Kosten kommen. In Leuven kann man wirklich gut Zeit verbringen. Mein Hotel habe ich gleich am Bahnhof und genau dort gibt es noch eine schöne alte Kneipe mit holzvertäfelten Wänden, die das Glas Bier für sagenhafte 2,20 Euro raushaut. Ein würdiger Rahmen, um mit mir selbst auf das Ende meiner vorerst letzten Belgien-Tour anzustoßen. Von Baden-Württemberg aus wird das Land für mich logistisch und damit auch gedanklich wieder in die Ferne rücken. Mit dem ICE geht es am nächsten Morgen von Leuven nach Köln und dann mit dem Regionalzug wieder nach Bielefeld.





















































