Niederlande, Derde divisie (4.Liga)
Samstag, 20. Januar 2024, 18 Uhr
Den Haag, Sportpark Nieuw Hanenburg
Zwei Stadtteile, die auch Badeorte sind, gibt es in den Haag: Schevendingen und Kijkdin. In Schevendingen war ich gerade beim Fußball, hatte dort aber keine Zeit für den Strand. Also ab nach Kijkdin, das nicht weit entfernt liegt vom Sportpark Nieuw Hanenburg, in dem sich am Abend mein zweites Spiel des Tages abspielt. Immer schön, am Meer zu sein, auch wenn die Niederlande in diesem Bereich ebenfalls nicht mein Favorit sind. Ich bin eher Team Mittelmeer statt Team Nordsee, zumal ich in Baden-Württemberg ja auch näher am Mittelmeer dran bin. Kijkdin besteht ausschließlich aus modernen Glasbauten und wirkt ein bisschen wie eine monotone, austauschbare Fußgängerzone. Schöne, neue Welt: Am Strand gibt es sogar eine Waschstraße für Hunde. Zwei Minuten für 7,50 Euro. Mit dem Linienbus geht es dann zum Stadion der Haagse Voetbal- en Cricketvereniging Quick, die 1908 niederländischer Meister und schon 4x Pokalsieger (1909, 1910, 1911, 1916) wurde. Ein absoluter Dinosaurier des niederländischen Fußballs! Aus alten Tagen stammt auch noch die Haupttribüne des Sportparks Nieuw Hanenburg, der sich somit auf angenehme Weise vom modernen Standard in diesem Land abhebt. Neuer Bauart ist lediglich das Vereinsheim, das auch ein bisschen Museum ist und die glorreiche Vergangenheit recht gut darstellt. Ein ausnahmsweiser interessanter Aspekt des niederländischen Fußballs sind die Vereinsnamen, die manchmal bestimmte Eigenschaften oder sogar ganze Schlachtrufe beinhalten. Quick ist ein solcher, noch besser aber der Name der heutigen Gäste aus Hoornaar, denn Sterk Door Combinatie bedeutet „Stark durch Kombination“. Weitere Klischees werden bestens erfüllt durch die vielen Fahrräder rund ums Spielfeld. Gefühlt mehr Fietsen als Zuschauer. Um wieder in meinen ursprünglichen Belgien-Plan einzuschlagen, geht es nach dem Spiel weiter nach Antwerpen, wo ich bereits ein Hotel gebucht hatte. Das gibt mir die Gelegenheit, heute auch noch den anderen Hauptbahnhof von Den Haag zu sehen, den Bahnhof Centraal. Er ist das genaue Gegenteil vom HS-Bahnhof, nämlich hochmodern. Richtig gut dagegen, dass es eine Automaten-Frituur gibt. Mit dem Amsterdam-Brüssel-Intercity geht es direkt nach Antwerpen, wo mich einer der interessantesten Bahnhöfe Europas erwartet. Oben ein Palast aus dem 19. Jahrhundert, weit darunter liegt unterirdisch der neue, völlig schnörkellose Bahnhof. Was für ein Kontrast! Zu Fuß geht es zu meinem Hotel im nahegelegenen Diamentenviertel. Dieser überaus interessanten Ecke widme ich mich allerdings erst morgen.









































