Italien, Serie C – Girone B (3.Liga)
Dienstag, 19. September 2023, 16.30 Uhr
Fermo, Stadio Bruno Recchioni
Eigentlich will ich ja nach Sizilien – doch am Dienstagmorgen geht es mit dem Zug immer schön an der Adria entlang von Cerignola noch einmal ein Stück in Richtung Norden in die Region Marche (auf Deutsch: Marken). Die Marche ist in Deutschland eine der unbekannteren Regionen Italiens, unter Fußballfans allerdings bekannt für seine starken Szenen. Dazu zählen unter anderem Sambenedettese und Ascoli, aber auch kleinere Vereine wie Maceratese, das ich morgen zu Hause im Derby gegen Civitanovese sehen werde. Heute ist jedoch erst einmal Serie C in Fermo (35.000 Einwohner) angesagt. Die Stadt liegt nicht direkt am Meer, sein Bahnhof allerdings schon – und den teilt er sich mit dem Badeort Porto San Giorgio, in dem auch ich meine Unterkunft habe. Vom Bahnhof Porto San Giorgio-Fermo aus fahren regelmäßig Shuttlebus hinauf nach Fermo (der sogenannte Fermolink), so dass das alles kein Problem ist. Zwar dürfte sich auch Fermo mit seiner auf einem Hügel gelegenen Altstadt lohnen, ich lege allerdings einen Faulenzertag ein und verbringe die Zeit bis zum Spiel am Strand in Porto San Giorgio. Da das Stadio Bruno Recchioni gleich am Stadteingang von Fermo liegt, kann ich somit ausnahmsweise überhaupt nichts zur Stadt sagen. Man möge es mir verzeihen. Zweifelsohne nicht zu den starken Szenen der Marche gehört jene von Fermana, obwohl der Verein in den vergangenen Jahrzehnten immer zwischen der Serie C und der Serie D pendelte und in der Saison 1999/2000 sogar in der Serie B spielte. Von 1974 bis 2010 gab es mit der Brigate Gialloblu eine traditionsreiche Gruppe, inzwischen aber versammeln sich die Ultras schlicht unter dem Namen 1920, also dem Gründungsjahr des Vereins. Die eigentliche Curva Duomo hinter dem Tor ist schon seit einer Weile gesperrt, so dass die Ultras am Rand der Haupttribüne stehen. Jene ist auch die einzig zugängliche für alle anderen Zuschauer, so dass man auf gleicher Höhe wie die Ultras steht, was ich immer hasse wie die Pest, weil man dadurch zu wenig von ihnen mitbekommen. Heute ist es ein wenig zu verschmerzen, weil Fermana eben nicht der absolute Hit ist. Im Gästeblock stehen hinter eine „Tempi Duri“-Fahne („harte Zeiten“) sieben Leute, die allerdings allesamt noch recht jung sind. Ich frage, was für harte Zeiten so ein 17-Jähriger schon erlebt hat. Ich merke aber gerade, dass das alles vielleicht ein bisschen zu negativ klingt, denn ganz so mies ist die Veranstaltung hier dann auch nicht. Nach Abpfiff geht’s für mich wieder hinunter nach Porto San Giorgio, wo der Abend traditionell in einer Pizzeria ausklingt.


















































