FC Esslingen – SC Geislingen 1:0

Deutschland, Landesliga Württemberg – Staffel 2 (7.Liga)
Sonntag, 10. September 2023, 15 Uhr
Esslingen am Neckar, Eberhard-Bauer-Stadion

Es ist regelrecht armselig, dass Esslingen trotz seiner knapp 100.000 Einwohner nie so ernsthaft die Fußball-Bühne betreten hat. Und das, obwohl hier mit dem Eberhard-Bauer-Stadion eine wirklich ansehnliche Hütte steht. Zumindest zeitweise füllten die die Turn- und Sportfreunde Esslingen mit Leben, als sie in den 1960ern in der seinerzeit drittklassigen Amateurliga Nordwürttemberg spielten, dann aber auch recht schnell von der Bildfläche verschwanden. Dem Esslinger Fußball geht es dabei ein bisschen wie der Stadt an sich, die mit ihrer Fachwerk-Altstadt und der Lage zwischen den Weinbergen am Neckar wunderschön ist, aber wohl eine der unbekanntesten (Fast-) Großstädte in Deutschland sein dürfte. Sie liegt einfach zu nah dran an Stuttgart, mit dem sie teilweise schon verschmolzen ist und nicht als eigenständige Stadt wahrgenommen wird. Andererseits ist es aber auch schwer nachvollziehbar, warum Esslingen nicht schon längst nach Stuttgart eingemeindet ist. Aber das ist eben die große Besonderheit am Großraum Stuttgart, in dem es – anders als in Berlin, Hamburg oder München – nie zu großflächigen Eingemeindungen kam und es mit Esslingen und Ludwigsburg sogar noch gleich zwei eigenständige Städte mit knapp 100.000 Einwohnern gibt. Stuttgart würde über Nacht zu einer Zwei-Millionen-Einwohner-Stadt werden, wenn man all das eingemeinden würde, womit man eh längst zusammengewachsen ist – so wie man es in den anderen deutschen Millionenstädten getan hat. Zumindest in Esslingen will man sich in puncto Fußball nun aber eine eigene Identität erschaffen und gründete 2018 den FC Esslingen. Der startete so richtig schön großkotzig und sagte vor seiner ersten Saison in der Kreisliga B: „In zehn Jahren wollen wir in der Oberliga spielen.“ Warum kann so etwas eigentlich nie bodenständig ablaufen? Jede Menge Kohle wurde in den Verein mit den eigenwilligen Farben Grün und Rot gepumpt und so feierte man drei Aufstiege in fünf Jahren. Das kann einfach nicht gesund sein. Immerhin wird dadurch wieder das Eberhard-Bauer-Stadion bespielt und das punktet nicht nur mit seiner schönen Tribüne, sondern auch dem herrlichen Blick auf die Esslinger Weinberge. Eigentlicher Hausherr ist die Sportvereinigung Esslingen, die 1999 aus einer Fusion des VfL Post Esslingen mit den einst semi-erfolgreichen TSF Esslingen entstanden war. 2021 meldete die SV Esslingen jedoch ihre Herrenmannschaft ab und stellt seitdem nur noch Jugendteams.