SG Mötz/Silz – SC Imst 3:5

Österreich, Regionalliga West (3.Liga)
Freitag, 29. März 2024, 18 Uhr
Mötz, Innstadion

Ein richtig schönes Ei liegt da im Nest: Zwei Grounds fehlen mir noch in der österreichischen Regionalliga West – und beide kann ich an diesem Oster-Wochenende machen. Zunächst einmal geht es mit dem Zug malerisch durch das Alpenvorland in die Grenzstadt Mittenwald, mit der ich große Kindheitserinnerungen verbinde. Meine Familie war Anfang der 1970er-Jahre nach Innsbruck ausgewandert, wo auch ich teilweise aufgewachsen bin. Meine Oma lebte dort 30 Jahre lang, hatte ihr Bankkonto aber weiterhin in Deutschland – bei der Sparkasse in Mittenwald, der nächstgelegenen deutschen Stadt. Man darf nicht vergessen: Österreich ist erst seit 1995 EU-Mitglied, weil es sich bis dahin zu Neutralität verpflichtet hatte, damit die Alliierten nach Zweiten Weltkrieg wieder abziehen und Österreich nicht wie Deutschland geteilt wird. Zwischen Bayern und Österreich verlief also bis 1995 eine harte Grenze. Immer mal wieder fuhren meine Oma und meine Mutter mit mir hinüber nach Mittenwald, damit dort irgendein Bank-Gedöns erledigt wird, was auch mit etwas Shopping im günstigeren Deutschland verbunden wurde. Mit großen Augen stand ich jedes Mal vor dem Spielzeuggeschäft in der Mittenwalder Altstadt, in dessen Schaufenster eine Modellgondelbahn ihre Runden drehte. Meistens ging ich leer aus, zumal der Kofferraum ohnehin viel voll war – und es gab ja damals noch strenge Grenzkontrollen. Heute begebe ich mich ein bisschen auf Spurensuche in diesem Kapitel meiner Kindheit und baue einen längeren Zwischenstopp in Mittenwald ein. Und tatsächlich: Ich finde sowohl die alte Sparkassen-Filiale, die sich optisch praktisch überhaupt nicht verändert hat, als auch das Spielzeuggeschäft in der Altstadt. Und unfassbar: Die alte Modellgondelbahn hängt noch immer im Schaufenster – seit mindestens 30 Jahren. Da bekomme ich fast Tränen in den Augen. Aber auch ohne Kindheitserinnerung ist Mittenwald eine wunderschöne Stadt und es wäre wirklich schade gewesen, hier einfach nur umzusteigen und Mittenwald links liegen zu lassen. Anschließend geht es mit dem Zug über die österreichische Grenze hinunter nach Innsbruck und auch hier komme ich wieder ins Strahlen, kann ich doch durch das Zugfenster hindurch das frühere Haus meiner Oma sehen, in dem auch ich wie gesagt einen Teil meiner Kindheit verbracht habe. Mein Ziel ist jedoch das weiter westlich im Inntal gelegene Innstadion in Mötz, wo es heute zum Regionalliga-Derby gegen den SC Imst kommt. Die Hütte wird erwartungsgemäß ziemlich voll, allerdings ist die Kapazität auch nicht sonderlich hoch, denn abgesehen von einer dreireihigen Sitztribüne auf einer Geraden gibt es keinen Ausbau. Macht richtig Spaß hier, dazu das tolle Alpen-Panorama und mir persönlich taugt Tirol sowieso immer – wie man hier so schönsagt. Das geht sich immer aus. Nach dem Spiel geht’s zurück nach Innsbruck und per Railjet (günstig als Sparschiene gebucht) weiter nach Salzburg, wo ich mein Nachtquartier beziehe. Und auch hier merke ich, dass es mir so langsam schlechter geht, aber noch längst nicht auf einem Niveau, auf dem man eine Tour abbricht.