Bischofshofener SK – SV Austria Salzburg 1:2

Österreich, Regionalliga West (3.Liga)
Samstag, 30. März 2024, 15 Uhr
Bischofshofen, BSK-Platz

Nachdem ich gestern das Innstadion in Mötz abhakt hatte, ist nun der Platz des Bischofshofener SK mein letzter noch fehlender Ground in der österreichischen Regionalliga West. Ideal, die Liga nun mit einem Auswärtsspiel von Austria Salzburg zu komplettieren. Mit der urigen Salzburger Lokalbahn geht es am Morgen zunächst von meinem Hotel zum Salzburger Hauptbahnhof, in dem schon reichlich Austria-Fans unterwegs sind. 45 Minuten dauert von dort die Zugfahrt bis Bischofshofen, die durch wunderschöne Alpen-Landschaft führt. Die 10.000-Einwohner-Stadt ist bekannt als Austragungsort der Vierschanzentourne, wobei hier immer das letzte Springen stattfindet. Ich dachte, dass es deshalb vielleicht ein bisschen touristische Infrastruktur am Bahnhof in Form von Schließfächern gibt, dem ist aber nicht so, so dass die Reisetasche mit in die Stadt muss. Zu sehen gibt es dort nicht viel, vermittelt aber dennoch alpines Flair. Nur 900 Meter ist die Schanze vom Ortskern entfernt und eigentlich wollte ich die erklimmen, mein allmählich schlechter werdender Gesundheitszustand, der mir immer noch nicht Anlass zur Sorge gibt, hemmt aber meine Motivation. Ich brauche meine Kraft für den Fußmarsch hinaus zum BSK-Platz. Dort ist schon viel Polizei unterwegs, dazu völlig übermotivierte Ordner, die mir den Zutritt mit meiner Reisetasche verwehren wollen. Mit meiner Argumentation, dass es hier nun mal keine Schließfächer gibt, komme ich zunächst nicht weiter, aber Hartnäckigkeit zahlt sich aus und nachdem irgendwann der Security-Chef (!) hinzubeordert wird, darf ich doch passieren. Okay, hier gastiert heute Austria Salzburg – aber eigentlich ist das doch totaler Dorffußball. Wieso soll eine Reisetasche da ein derartiges Problem sein? Schade, denn eigentlich ist der BSK-Platz ganz sympathisch. Überdachte Tribüne, Stiegl vom Fass, geiles Alpen-Panorama. Heute kommt natürlich noch ein gut gefüllter Gästeblock dazu, der über volle 90 Minuten für allerfeinste Italo-Stimmung sorgt. Forza Viola allez! Da brauchen wir nicht lange um den heißen Brei herumreden – Austria Salzburg ist immer geil. Zusammenmit Wacker Innsbruck ganz klar die italienischte Szene Österreichs. Passenderweise gibt es während des Spiels ein italienischsprachiges Spruchband für einen Verstorbenen der befreundeten Ultras aus Udine. Gar nicht passend ist dagegen, dass es hier mitten im Salzburger Land ein Tiroler Gasthaus steht, aber da das das einzige noch geöffnete Restaurant mit österreichischer Küche ist, das nach Spielende in Bischofshofen noch geöffnet hat, kehre ich dort ein. Hier sendet mein Körper bereits erste richtig drastische Alarmsignale, denn das Bier schmeckt mir nicht mehr richtig. Das wird natürlich weiterhin ignoriert und stattdessen in den Zug nach Graz gestiegen, wo ich am Abend mein Hotel in der Nähe des Hauptbahnhofs beziehe. Spoiler: Es wird die vorerst letzte Nacht sein, in der ich noch normal denken kann.