Belgien, U17 Iris Elite Brabant ACFF/Bruxelle
Sonntag, 5. November 2023, 11.30 Uhr
Woluwe-Saint-Pierre/Sint-Pieters-Woluwe, Complex Stockel/Complex Stokkel
Zweiter Tag in der Hauptstadtregion Brüssel, zwei Spiele stehen auf dem Programm. Los geht’s mit Jugendfußball in Stockel bzw. Stokkel, das zu Woluwe-Saint-Pierre bzw. Sint-Pieters-Woluwe gehört – eine der 19 Gemeinden der Hauptstadtregion. Ein Wort an der Stelle zum ÖPNV, von dem ich in Belgien ganz großer Fan bin. Jeder der drei Landesteile (Flandern, Wallonien, Hauptstadtregion) hat sein eigenes staatliches Verkehrsunternehmen, das dort im gesamten Landesteil operiert und somit auch die Tickets dort überall Gültigkeit haben. In Flandern ist es beispielsweise De Lijn und man kann mit dem gleichen Ticket die Straßenbahn in Gent, die Metro in Antwerpen, einen Linienbus irgendwie in der Prärie oder auch die Kusttram (längste Straßenbahnline der Welt; siehe hier) nutzen. Richtig schön unkompliziert. Das staatliche Verkehrsunternehmen der Hauptstadtregion heißt STIB (Société des Transports Intercommunaux de Bruxelles) bzw. MIVB (Maatschappij voor het Intercommunaal Vervoer te Brussel) und mit seinen Tickets kann man ebenfalls alle Verkehrsmittel in allen 19 Gemeinden nutzen. Das 24-Stunden-Ticket kostet angenehme 7,50 Euro. Der Bus spuckt mich am Morgen fast genau vor dem Sportplatz des ROFC Stockel raus. Ursprünglich war er wohl mal ein flämischsprachiger Verein, denn direkt am Eingang des modernen Vereinsheims hängt eine uralte Fahne mit dem alten Namen Groen-Wit Stokkel FC, inzwischen wird aber allein der französischsprachige Name ROFC Stockel verwendet und selbst der Name des Stadtteils nicht zweisprachig benutzt. Auf und neben dem Platz wird auch ausschließlich Französisch gesprochen. Das Vereinsheim hat in Belgien ja immer einen wesentlich höheren Stellenwert als etwa in Deutschland und viele Leute schauen die Spiele von drinnen aus an, weshalb belgische Vereinsheime eigentlich grundsätzlich große Fensterfronten haben. Das ist natürlich auch hier so. Dazu sind Vereinsheime manchmal auch richtig kleine Friterien und auch das ist hier so, weshalb es astreine Pommes, Fricandel und eine in Belgien übliche riesige Saucen-Auswahl gibt. In der Qualität kein Unterschied zu einem kommerziellen Imbiss. Doch dann passiert etwas, was ich noch nie erlebt habe: Ich stelle mein Essen auf einem Stromkasten nahe der Eckfahne ab, entferne mich kurz, um ein Foto zu machen, und plötzlich rauscht ein Rabe heran und schnappt sich meine Pommes-Box. Muss ich aber zugeben: Respekt für diesen schlauen Move – das Essen hat sich der Rabe redlich verdient.























