FC Schömberg-Luchse – 1.CfR Pforzheim II 0:6

Deutschland, Testspiel
Montag, 7. August 2023, 19 Uhr
Unterreichenbach, Sportplatz Unterreichenbach

Ich bin ja durchaus ein Fan der Testspiel-Zeit. Nicht nur, dass man dann Grounds machen kann, die in der Liga und im Pokal fast nie bespielt werden, sondern auch die Anstoßzeiten sind wesentlich flexibler. Und so wird dann sogar an einem Montag wie heute Fußball geboten. Michi und ich bekommen dabei die Jungfernfahrt des FC Schömberg-Luchse geboten, denn der erst in diesem Jahr gegründete Verein bestreitet sein erstes „Heimspiel“. In Anführungszeichen deshalb, weil er seine Heimspiele nicht in Schömberg, sondern in Unterreichenbach austragen wird. Und das liegt daran: Eigentlich wollte man sich den Namen Schwarzwald-Luchse geben, was vom Badischen Fußballverband jedoch nicht genehmigt wurde, weil offenbar immer ein konkreter Ort im Vereinsnamen vorkommen muss. Die Gründungsmitglieder wohnen bunt verstreut im Norden des Landkreises Calw, weshalb man sich einfach irgendeinen Ort herausgesucht hat, in dem Mitglieder wohnen. Die Wahl fiel somit eher zufällig auf Schömberg, aber wirklich dort zu Hause ist der neue Verein nicht zwingend. Zufall ist hingegen nicht, dass man in Unterreichenbach spielt, denn der dortige Sportplatz liegt brach. Der 1.FC Unterreichenbach hatte sich vergangenes Jahr mit dem SV Bad Liebenzell und dem TSV Schwarzenberg zur SG Nagold-Platte zusammengeschlossen. Inzwischen hat der 1.FC Unterreichenbach diese Spielgemeinschaft verlassen, da er ohnehin keine Spieler mehr beisteuern konnte, und ist damit komplett von der Bildfläche verschwunden. Allein am FC Schömberg-Luchse liegt es nun, dass der Unterreichenbacher Sportplatz in keinen Dornröschenschlaf fällt. Allerdings muss man hier unbedingt etwas tun, denn u.a. ragen Baumkronen ins Spielfeld hinein. Für mich wird es heute eine gemütliche Reise mit der Nagoldtalbahn immer entlang der Nagold. Beim kleinen Spaziergang durch Unterreichenbach (2.400 Einwohner) – der letzte Ort vor den Toren Pforzheims – wird man dann automatisch auf die Flößer-Tradition der Nagold aufmerksam. So ist etwa die örtliche Kneipe nach den Flößern benannt und nahe des Bahnhofs steht ein Flößer-Denkmal. Flößer waren im Prinzip Spediteure, die das Holz hier aus dem Schwarzwald zum Endkunden gebracht haben. Das Holz banden sie zu bis zu 200 Meter langen Flößen zusammen und gelangten so auf dem Wasserweg über die Nagold, den Neckar und den Rhein in die Niederlande. Richtig schlau also, die zu verkaufende Ware zunächst als Transportmittel zu verwenden. Beim Endkunden wurden die Flöße wieder auseinandergenommen und das Holz als Rohstoff verkauft. Zurück in den Schwarzwald ging es für die Flößer zu Fuß. Hier im Kreis Calw verlor die Flößerei mit dem Bau der Nagoldtalbahn im Jahr 1872 an Bedeutung. Das letzte Floß fuhr 1911 über die Nagold.