Deutschland, Westfalenliga – Staffel 1 (6.Liga)
Samstag, 11. November 2023, 17 Uhr
Nottuln, Baumbergestadion
Samstag ist ein bisschen der Problemtag in Westfalen, denn an ihm finden kaum Spiele statt. Stellenweise ist selbst montags die Auswahl größer, zumindest was noch fehlende Grounds betrifft, denn zwar finden Spiele am Samstag statt, aber dann halt meist bei den üblichen Verdächtigen. Keiner davon ist der SV DJK Grün-Weiß Nottuln, der in diesem Fall nicht nur ausnahmsweise am Samstag spielt, sondern auch mit der Anstoßzeit 17 Uhr überrascht. Das ist schwer kombinierbar, aber da die 20.000-Einwohner-Stadt im Kreis Coesfeld (20 Kilometer westlich von Münster) ohnehin ein bisschen am Arsch der Welt liegt, belassen wir es einfach bei diesem einen Spiel am Tag und machen daraus eine gemütliche Zug-Tour. Von der Fahrrad-Hauptstadt Münster geht’s dann mit dem Linienbus nach Nottuln und in dem fällt schon auf, dass ungewöhnlich viele Leute einsteigen. Und zwar solche Leute, die man sonst eigentlich nicht in einem Linienbus zieht. Schnell stellt sich heraus: In Nottuln findet an diesem Wochenende der sogenannte Martinimarkt statt, der in der Region ein echt großes Ding zu sein scheint und weshalb auch das Fußballspiel auf diesen ungewöhnlichen Tag mit dieser ungewöhnlichen Uhrzeit gelegt wurde. Ordentlich Rambazamba, so dass ich mir die kleine Erkundungstour durch die Stadt sparen kann, weil dafür einfach zu viel los ist. Dabei hatte die Haltestelle mit dem Namen „Historischer Ortskern“ durchaus für Vorfreude gesorgt. Spoileralarm: Wie im Münsterland üblich stehen hier ohnehin fast ausschließlich Häuser mit rötlicher Klinkerfassade. Eine solche besitzt auch die Rückwand der Tribüne im örtlichen Baumbergestadion, dazu eine Sitzbankreihe auf der gegenüberliegenden Geraden, so dass das hier absolut in Ordnung geht. Die Mantaplatte wird für faire 5 Euro angeboten. Lediglich die Zuschauerzahl ist vergleichsweise niedrig, gerade wenn man sich vor Augen hält, was hier heute im Ort los ist und dass man gerade deshalb das Spiel verlegt hat. Einen Bahnhof hat Nottuln selbst nicht, wohl aber das eingemeindete Dörfchen Appelhülsen, das an der Bahnstrecke von Wanne-Eickel nach Hamburg (was für eine Verbindung!) liegt und nach Nottuln benannt ist. Reichlich besoffene Martinimarkt-Besucher wollen ebenfalls dorthin, so dass es eine lustige Busfahrt vom „Historischen Ortskern“ zum Bahnhof wird.


































