Beckumer Spvgg – Vorwärts Epe 2:1

Deutschland, Landesliga Westfalen – Staffel 4 (7.Liga)
Sonntag, 12. November 2023, 15.30 Uhr
Beckum, Römerkampfbahn – Platz 2

Von der Ahlener Südenkampfbahn geht es mit dem Auto weiter zur Beckumer Römerkampfbahn, von der bislang noch der Nebenplatz fehlt. Der gehört mit sechs Stufen ganz klar zu den besseren in Westfalen und wird von der Beckumer Spvgg auch relativ häufig bespielt, so dass man im November fast schon eine Nebenplatz-Garantie hat. In diesem Fall: Gut so! Gerade mit der Tribüne im Hintergrund sieht der schon richtig gut aus. Eröffnet wurde das Stadion im Jahr 1958, es steht auf dem früheren Steinbruch der Zementwerke Römer. Die Zementstadt Beckum lebte einst von dieser Branche, es gibt hier sogar ein eigenes Zementmuseum – und das schreibt: „In keinem Teil Deutschlands ballte sich die Zementindustrie auf so engem Raum wie im ehemaligem Kreis Beckum, dem heutigen südlichen Kreis Warendorf. Im Mittelpunkt Westfalens, am Südrand der Westfälischen Bucht, entstand eine derartige räumliche Geschlossenheit dieses Industriezweiges, dass man durchaus hier den Begriff des Reviers benutzen kann. Heute prägen immer noch große Steinbrüche, ehemalige Abbauflächen und ausgedehnte Fabrikanlagen die Landschaft um Beckum und Ennigerloh. Allerdings befindet sich der Raum in einem drastischen Strukturwandel, nachdem die Kalksteinförderung und Zementproduktion in ganz Deutschland rückläufig sind.“ Eng verbunden mit der Zementindustrie war auch der Aufstieg und Fall der Beckumer Spvgg. Nicht zufällig ist ihr Stadion nach den Zementwerken Römer benannt, nicht zufällig trägt die am Stadion vorbeiführende Straße den Namen Zementstraße. Vom Zweiten Weltkrieg bis in die 1970er-Jahre hinein war der Verein fast durchweg in der jeweils dritthöchsten Spielklasse zu finden. Mit dem Abstieg aus der Oberliga Westfalen im Jahr 2001 und der Zwangsversetzung wegen Insolvenz in die Kreisliga B ein Jahr später ging es dann bergab. 13 der letzten 16 Jahre hat man in der Landesliga verbracht. Unterwegs verloren hat die BSV leider die Ultras-Szene rund um die Beckumer Jungs, die bei ihren Derbys gegen Rot-Weiß Ahlen auch mal bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Von ihr ist leider nichts mehr übriggeblieben.