Deutschland, B-Junioren-Kreispokal Bochum (Halbfinale)
Dienstag, 7. November 2023, 18 Uhr
Hattingen an der Ruhr, Sportplatz Rauendahl
Für ein B-Jugend-Spiel unter der Woche in den Ruhrpott fahren – jetzt scheint der Verstand völlig auszusetzen. Allerdings handelt es sich in diesem Fall einerseits um ein Pokal-Halbfinale und andererseits um die B-Jugend eines Migrantenvereins, was es so oft in Deutschland ja nicht gibt, da diese meist keine eigene Nachwuchsarbeit betreiben, so dass ich richtig große Lust auf das Spiel habe. Der Ground ist auch nicht schlecht und sind wir ehrlich: Sich nach der Arbeit in den Zug setzen, ein Feierabend-Bierchen öffnen und zum Fußball ins Ruhrgebiet fahren ist einfach die perfekte After-Work-Party. Vom Bochumer Hauptbahnhof aus geht es mit der Straßenbahn zum fast genau an der Ruhr gelegenen Sportplatz Rauendahl, den sich Hedefspor Hattingen mit dem VfL Winz/Baak teilt. Letzterer spielt inzwischen nur noch eine Nebenrolle auf der Anlage, denn die Zahl der Mannschaften, die Hedefspor stellt, ist schon stark: drei Herrenmannschaften, jeweils eine B- und C-Jugend, jeweils zwei D- und E-Jugend-Mannschaften, jeweils vier F-Jugend- und Bambini-Teams plus zwei AH-Truppen. Außergewöhnlich für einen Migrantenverein. Umso mehr gönne ich den Gastgebern heute den Einzug in das Finale des Bochumer U17-Kreispokals, aber die sehen gegen den FC Altenbochum kein Land und verlieren deutlich mit 0:4. Mit zehn Stufen ist auch der Sportplatz Rauendahl nicht von schlechten Eltern, so dass das alles heute mal wieder richtig Spaß macht. Aufgrund der frühen Anstoßzeit (18 Uhr) haben wir nach dem Spiel sogar noch Zeit, in die Hopfendolde am Bochumer Hauptbahnhof zu gehen. Eine der letzten, wenn nicht sogar die letzte Kneipe in unmittelbarer Nähe zu einem Hauptbahnhof im Ruhrpott. Leider hat sie in den vergangenen Jahren ein bisschen ihren Ruf als Assi-Fußball-Kneipe abgelegt, was auch einen ziemlichen Preisanstieg zur Folge hatte, aber urig ist sie nach wie vor und ein bisschen Fußball-Flair lässt sich noch immer erkennen. Nur eine Sache stört mich ungemein: Obwohl die Bochumer Moritz-Fiege-Brauerei in Sichtweite neben dem Hauptbahnhof steht, kommt in der Hopfendolde Dortmunder Brinkhoffs aus dem Hahn – in meinen Augen das schlechteste Bier im Ruhrgebiet. Aber wir haben ja glücklicherweise noch die Rückfahrt nach Bielefeld, um trotzdem ein Fiege genießen zu können.


























