Spvgg Blau-Gelb Schwerin – SC Westfalia Herne 1:4

Deutschland, Kreispokal Herne (Viertelfinale)
Dienstag, 21. November 2023, 19.30 Uhr
Castrop-Rauxel, Sportplatz Grafweg

Kreispokal Herne unter der Woche – da gibt’s nicht viel zu überlegen. Die einst so große Westfalia aus Herne gastiert „auf Schwerin“, wie man hier sagt. Der Ort hieß bis 1936 Westhofen, wurde dann aber aufgrund der 1878 errichteten Zeche Graf Schwerin umbenannt, da um sie herum eine große Zechenkolonie entstanden war, die deutlich größer geworden war als das eigentliche Westhofen. Die Zeche wurde 1967 stillgelegt, ihre Kokerei 1975. Typischer Pott-Ort mit ganz eigenem Humor, so nimmt einen hier ein Ortschild mit der Aufschrift „Herzlichen Willkommen im Luftkurort Schwerin“ in Empfang. Der örtliche Sportplatz am Grafweg (ebenfalls benannt nach der Zeche Graf Schwerin) überzeugt mit einer kleinen Tribüne, dazu zwei Stehstufen hinterm Tor und ein gemütliches Vereinsheim mit erstklassiger Mantaplatte für faire 5 Euro. Mit Blick auf die doch recht dürftige Zuschauerzahl wird schnell klar, dass der Name Westfalia Herne nicht mehr zieht. Auch sind kaum Herner dabei und eine wirklich organisierte Fanszene gibt es dort ja leider auch nicht. Wo ist eigentlich der angebliche Kult-Fan B.A. bei solchen Spielen? Der wurde ja von den „Pottoriginalen“ regelrecht hochgejazzt (siehe hier), aber von dem Format und seinem Macher Gerrit Starczewski bin ich inzwischen überhaupt kein Freund mehr, nachdem ich mal einem Spiel der „Pott-Originale“ gegen die „Nacktionalmannschaft“ in Duisburg und einer Kino-Premiere in Bochum war. Da ist doch vieles nur Fake und Show – und da wurde mir auch klar, dass B.A. eigentlich Fan von 1860 München und den Iserlohn Roosters ist. Westfalia Herne ist allenfalls sein Drittverein, bei dem er nur ab und zu mal vorbeischaut, und somit röhrt hier heute nicht seine „Häääääärneeeee“ über den Platz, sondern es nur vier, fünf Rentner mit Westfalia-Schal da. Für den Favoriten reicht’s auf dem Kunstrasen trotzdem und er zieht ins Halbfinale ein. Per Linienbus geht es nach dem Spiel zum kleinen Südbahnhof von Castrop-Rauxel, der so richtig schön „mitten inne Stadt“ liegt, und von dort via Dortmund ungewöhnlich pünktlich zurück nach Bielefeld.