SSV Jeddeloh II – VfB Oldenburg 1:1

Deutschland, Regionalliga Nord (4.Liga)
Samstag, 28. Oktober 2023, 16 Uhr
Edewecht, Sportplatz am Kanal

Es kann nicht immer nur das Ruhrgebiet sein, denn insbesondere auch die Regionalliga Nord muss ich während meiner Zeit in Bielefeld im Auge behalten, schließlich würde deren Komplettierung von meinem heimischen Baden-Württemberg aus einen deutlich höheren Aufwand bedeuten. In Jeddeloh II steht heute das Derby gegen den VfB Oldenburg an, doch zuvor will ich noch ein Jugendspiel im Osnabrücker Land mitnehmen. Leider tritt der Gegner nicht an und die Spielabsage wird auch nicht auf fussball.de vermerkt, so dass ich zeitlich einen unerwartet großen Leerlauf habe. Dann halt ein bisschen Sightseeing in Oldenburg. Die dortige Altstadt hatte ich bislang noch nie gesehen, daher passt das ganz gut. Typisch norddeutsch und man merkt noch einen gewissen Hauptstadt-Prunk, schließlich war Oldenburg bis 1946 ein eigener deutscher Teilstaat – mit Exklaven an der Ostsee und im heutigen Rheinland-Pfalz. Pünktlich geht’s dann weiter in den Vorort Edewecht, zu dem auch die beiden Bauernschaften Jeddeloh I und Jeddeloh II gehören. In Norddeutschland ist das ja nicht ganz unüblich, dass man verstreut liegende Bauernhöfe zumindest verwaltungspolitisch zu Orten zusammenfasst und diese einfach durchnummeriert. Das gibt es unter anderem auch in Bielefeld mit den beiden Stadtteilen Senne I und Senne II (jetzt Sennestadt). Dass der Verein aus solch einer kleinen Bauernschaft mit lediglich 1.000 Einwohnern aber in der Regionalliga spielt, ist dann aber schon kurios, schon alleine aufgrund des Namens. Denn beim SSV Jedeloh II handelt es sich nicht um die zweite Mannschaft des Vereins, denn die würde schließlich den Namen SSV Jeddeloh II II tragen. Allerdings gibt es eine solche gar nicht – und das sagt schon viel über den Verein aus. Keine A-Jugend, keine B-Jugend, keine C-Jugend, keine zweite Mannschaft. Eine E- und F-Jugend kann man nur mithilfe einer Spielgemeinschaft stellen. Nur Kohle und Regionalliga. Und dann nicht mal ein richtiger Parkplatz am Stadion, so dass der ganze Ort mit seinen Kopfsteinpflasterstraßen zugeparkt wird. Durchweg unsympathisch, auch wenn das Stadion (Kapazität für 2.500 Zuschauer – mehr als doppelt so viel wie die Einwohnerzahl von Jeddeloh II) und die Atmosphäre an sich durchaus ihren Reiz haben. Ebenfalls typisch norddeutsch, sogar ein kleiner Leuchtturm wurde aufgebaut. Gegen den großen Nachbarn aus Oldenburg ist die Hütte wenig überraschend bumsvoll, aber es findet sich glücklicherweise hinter dem Tor noch ein Plätzchen mit einem guten Blick aufs Spielfeld und vor allem den Gästeblock. Dort ist der VfB-Anhang erfreulicherweise gut motiviert, so dass die ganze Sache hier richtig Spaß macht.