Deutschland, Kreisliga B Donau/Iller – Staffel 3 (10.Liga)
Samstag, 26. August 2023, 17 Uhr
Kellmünz an der Iller, Stadion Hammerschmiede
Leider ist die Bahnstrecke zwischen Ulm und dem Allgäu momentan gesperrt, so dass ich den schnuckeligen Bahnhof von Kellmünz nur mit dem Schienenersatzbus erreiche. Das freut den Eisenbahn-Romantiker in mir gar nicht. Ich befinde mich weiterhin in Bayern, nun allerdings im Bereich des Württembergischen Fußballverbands, zu dem der Landkreis Neu-Ulm vollumfänglich gehört. Das hat einfach kulturhistorische Gründe, denn Ulm wurde zwar 1810 von Napoleon zwischen Bayern (Neu-Ulm) und Württemberg (Ulm) entlang der Donau aufgeteilt, aber im Prinzip handelt es sich weiterhin um eine Stadt, was auch für die beiden umliegenden Landkreise gilt, die daher beide in Württemberg mitspielen. Hier in Kellmünz (1.500 Einwohner) ist der Fall sogar noch ein bisschen spezieller, denn der rechts der Iller liegende Ort liegt in Bayern, der Sportplatz des TSV Kellmünz befindet sich jedoch auf dem linken Iller-Ufer in Kleinkellmünz, das zu Baden-Württemberg gehört. Und es wird noch spezieller: Die Grenze zwischen beiden Bundesländern besteht nach wie vor so, wie sie von Napoleon 1810 festgelegt, nämlich in diesem Bereich entlang der Iller. Allerdings wurde der einst wilde Fluss im Jahr 1859 begradigt, um ihn zu zähmen, womit sich zwar die Ufer, aber nicht die Grenze verschoben hat. Und damit gehört der kleine Bereich, auf dem der Sportplatz des TSV Kellmünz steht, weiterhin zu Bayern, während die dahinterliegenden Häuser baden-württembergisch sind. Oder anders gesagt: Hier landen nicht wenige Bälle, die ins Aus geschossen werden, in einem anderen Bundesland. Abgesehen von der Kuriosität überzeugt das Stadion Hammerschmiede mit einer wunderschönen und schon ganz schön in die Jahre gekommenen kleinen Tribüne, während das moderne Vereinsheim in der angrenzenden, nagelneuen Sporthalle untergebracht ist, die ebenfalls zu Bayern gehört. Dazu auffallend viele Zuschauer für ein Spiel in der untersten Liga, drei verschiedene Biere im Ausschank und generell eine richtig schöne Fußball-Atmosphäre. Nach dem Spiel geht es leider erneut mit dem uncharmanten und dazu sehr unzuverlässigen Schienenersatzverkehr wieder nach Ulm, wo dann endlich ein richtiger Zug auf die Rückfahrt nach Stuttgart wartet.





































