Royal SC Beaufays – Königlicher FC Eupen 3:3

Belgien, 1.Prov Liège (6.Liga)
Sonntag, 10. Dezember 2023, 14.30 Uhr
Chaudfontaine-Beaufays, Complex Voie de l'Air Pur

Abermals via Lüttich geht es anschließend weiter in den Vorort Chaudfontaine-Beaufays, der sich zumindest ein bisschen freundlicher als Seraing präsentiert, aber auch keine Schönheit ist. Ganz modern ist dafür der Complex Voie de l'Air Pur des örtlichen Royal SC Beaufays. Fast schon einen Tick zu gut in Schuss, denn das will man in Belgien eigentlich nicht sehen. Ein Ausbau ist nicht vorhanden, aber natürlich steht auch hier wieder ein opulentes Vereinsheim am Spielfeldrand und das bietet mit seinem verlängerten Dach zumindest ein bisschen Komfort. Enorm interessant ist für mich das Spiel, weil der Gast aus Eupen und damit aus dem deutschsprachigen Teil Belgiens kommt, den das Deutsche Reich nach seiner Niederlage im Ersten Weltkrieg an Belgien abtreten musste. Die deutschsprachige Bevölkerung wurde nie vertrieben und so ist dieser Streifen entlang der deutschen Grenze nach wie vor deutschsprachig – sehr vergleichbar mit Südtirol. Der FC Eupen ist hinter der KAS Eupen der kleinere Verein der Hauptstadt des deutschsprachigen Teils. 2013 wurde er 50 Jahre alt und bekam zum Jubiläum aus Brüssel das Geschenk, sich fortan als königlich nennen zu dürfen. Bei flämisch- oder französischsprachigen Vereinen fällt dieser Namenszusatz eigentlich kaum auf, bei Gastgeber Royal SC Beaufays ist er ja auch vorhanden, aber bei einem deutschsprachigen Verein stolpert man schon ziemlich darüber, schließlich gibt’s in Deutschland, Österreich und der Schweiz keine Monarchie. Ja, ich weiß: In Liechtenstein schon, aber auch dort gibt es keine fürstlichen Vereine. Darüber hinaus ist die Zweisprachigkeit bei diesem Fußballspiel interessant, denn während man beim Gastgeber durchweg Französisch spricht, unterhalten sich Spieler und Zuschauer aus Eupen mehrheitlich auf Deutsch. Da weiß man dann auch gleich, wer hier wem die Daumen drückt. Nach dem Spiel geht’s zügig zurück zum Bahnhof nach Lüttich, aber abermals will der Busfahrer mir die Mitfahrt verwehren, weil er das Euregio-Ticket nicht kennt. Das Problem hatte ich ja auch heute Morgen schon in Verviérs. Meine Güte, das sollte man zumindest beim Personal mal deutlich bekannter machen. Schnell noch ein paar Bierdosen von Jupiler eingepackt, auf denen aktuell die Wappen der belgischen Erstligisten abgebildet sind, und dann via Aachen pünktlich zurück nach Bielefeld.