Deutschland, Testspiel
Donnerstag, 13. Juli 2023, 19.30 Uhr
Gelsenkirchen, Sportplatz Fürstinnenstraße
Ich lebe jetzt seit drei Jahren in Bielefeld und habe mich regelrecht in den Amateurfußball im Ruhrgebiet verliebt. Und einen ganz besonderen Narren habe ich an Gelsenkirchen gefressen. Was in dieser Stadt an Grounds steht, sucht bundesweit seinesgleichen. Selbst mit dem mehr als zehnmal größeren Berlin kann Gelsenkirchen mithalten. Und da spreche ich nicht nur von den absoluten Top-Dingern wie dem Fürstenbergstadion, dem Stadion an der Oststraße, dem Südstadion, der alten Glückauf-Kampfbahn oder den Resten des Parkstadions, sondern es gibt es ja auch noch zahlreiche Träumchen in der mittleren Preisklasse. Genannt seien das Stadion Lüttinghof, die Gesamtschule Ückendorf oder auch der Nebenplatz des Südstadions. Und dann ist da auch noch diese unfassbar hohe Anzahl an nach wie vor existierenden Ascheplätzen, die selbst im internen Ruhrpott-Vergleich heraussticht. Einer von ihnen ist heute fällig – der Sportplatz an der Fürstinnenstraße im Stadtteil Feldmark. Nicht zu verwechseln mit dem Fürstenbergstadion, in der Gelsenkirchener Ground-Landschaft geht es nun mal – vollkommen berechtigt – sehr fürstlich zu. Den Sportplatz an der Fürstinnenstraße teilen sich die DJK Adler Feldmark und der VfB Gelsenkirchen. Acht Stufen hat das Teil, was anderswo top wäre, aber in Gelsenkirchen halt nur unteres Mittelmaß ist. Star der Anlage ist dagegen das Asche-Spielfeld. Und irgendwie auch die Trainerin des VfB Gelsenkirchen. Ja, richtig gelesen, die Gastgeber haben einen weiblichen Trainer und da die auch noch eher wie eine brave Hausfrau wirkt, die eigentlich nur hier ist, um ihre Söhne vom Training abzuholen, wirkt das schon recht ungewöhnlich. Aber im Ruhrgebiet habe ich eigentlich schon alles gesehen. Höhepunkt: Bei Arminia Ickern stand der Trainer mit seinem Hund in der Coaching-Zone. Glück habe ich, dass das Spiel überhaupt stattfindet, denn es ist kein Schiedsrichter aufgetaucht. Aber glücklicherweise erklärt sich jemand spontan bereit, das Testspiel zu leiten. Ein weiterer Held dieses Abends, der für mich in einem heute mal überraschend pünktlichen Regionalexpress nach Bielefeld ausklingt.



























