Bulgarien, Parva Lia (1.Liga)
Sonntag, 30. Juli 2023, 21.15 Uhr
Sofia, Stadion Georgi Asparuhov
Nach einem gemütlichen Brunch in einem netten Bistro am Bahnhof von Blagoevgrad (Bulgarien ist da mitunter deutlich moderner aufgestellt als man es vermuten könnten) geht es mit dem herrlich unmodernen Zug nach Sofia – mal wieder. Dort steht heute zusagen ein Stadtderby an, auch wenn das nicht wirklich eines ist, denn Lokomotiv Sofia hat nur eine kleine Fanszene. Schön zu sehen dafür, dass im Hauptbahnhof von Sofia in dem ein oder anderen Büro Poster, Wimpel oder Schals des Vereins hängen. Zumindest die Eisenbahner scheinen zu Lokomotiv zu halten. Bevor es zum mir tatsächlich noch fehlenden Stadion Georgi Asparuhov von Levski geht, habe ich noch ein bisschen Zeit und kann mir endlich mal ausführlich die Ausgrabungen an der zentralen Metro-Station Serdika anschauen. Wie bereits erwähnt war Serdika der Name von Sofia in der Antike. Beim Bau der Metro stieß man auf die antiken Überreste und stellte sie – ähnlich wie in der Metro von Athen – in der Station aus, die damit auch ein kleines Museum ist. In die Station integriert ist aber auch ein größerer, freigelegter Teil des antiken Serdika, den man kostenlos besichtigen kann. Dieser archäologische Komplex ist von 7 bis 22 Uhr geöffnet. Nach dem Abendessen im Happy Grill ruft dann das 1963 eröffnete Stadion Georgi Asparuhov des FK Levski Sofia, der mit 26 Meistertiteln zweiterfolgreichster Verein Bulgariens hinter Erzrivale CSKA (31) ist. Levski hatte ich ja erst am vergangenen Wochenende bei Botev Plovdiv gesehen und da der Auftritt dort gut war, habe ich durchaus eine gewisse Vorfreude. Allerdings: Levski spielte drei Tage zuvor in der Conference League im nur 250 Kilometer entfernten nordmazedonischen Skopje gegen den FK Shkupi (Verein der albanischen Bevölkerungsminderheit von Skopje, das auf Albanisch Shkupi heißt) und dabei kam es zu unschönen Szenen. Im albanischen Viertel Cair wurde einem Levski-Fan in den Bauch gestochen, es gab Ausschreitungen und 21 Levski-Fans wurden festgenommen. Fans, aber auch die Vereinsführung kritisierten dabei das harte Vorgehen der nordmazedonischen Polizei. Aus Protest hängen daher heute die Zaunfahnen verkehrt herum und es werden Spruchbänder mit Bezug auf die Vorfälle in Skopje gezeigt. Supportet wird allerdings ganz normal. Dass die Levski-Kurve nur zur Hälfte gefüllt ist, zeigt dann auch endgültig, dass man Lokomotiv nicht wirklich als Derby-Gegner wahrnimmt. Das trifft nur auf das richtige Derby gegen den CSKA zu, das allerdings in der Regel im großen Nationalstation stattfindet. Im Gästeblock stehen etwa 50 Leute, die hin und wieder supporten, aber nicht wirklich auffallen.






































