TG Hörste – TuS Solbad Ravensberg II 5:2

Deutschland, Testspiel
Freitag, 14. Juli 2023, 19.30 Uhr
Halle in Westfalen, Sportplatz Hörste

Bielefeld selbst ist nun so gut wie komplettiert, nicht jedoch der Fußballkreis Bielefeld, zu dem neben der Stadt Bielefeld auch der ehemalige Landkreis Halle gehört, der 1972 durch die nordrhein-westfälische Gebietsreform im Landkreis Gütersloh aufgegangen ist, jedoch im Fußballkreis Bielefeld verblieb. Allzu groß ist meine Motivation nicht, selbigen ebenfalls zu komplettieren. Denn viele Grounds mit Ausbau sind nicht dabei, die meisten liegen dazu ziemlich ländlich und sind nicht per ÖPNV erreichbar – selbst von Bielefeld aus. Und mit dem Auto macht es einfach weniger Spaß. Bei der Turngemeinde Hörste mache ich da heute aber mal eine Ausnahme. Zum einen hält sich die Entfernung nach Hörste in Grenzen, zum anderen ist an einem Freitag in der Sommerpause ja sonst nicht viel los. Aushängeschild der TG Hörste sind die Handballer, die in der Oberliga spielen, während die Fußballer ein ziemlich tristes Dasein in der Kreisliga B fristen. Der völlig unspektakuläre Sportplatz liegt am Rand des 1.600-Einwohner-Dorfs und somit direkt an der Landstraße, die von der Autobahnabfahrt Halle nach Versmold führt – der Highway des früheren Landkreises Halle. Hinter einer bunten Holztür verbirgt sich der Eingang zum Sportplatz, auf dem nur eine Gerade für die Zuschauer zur Verfügung steht, während die restlichen drei Seiten nicht zum Aufenthalt vorgesehen sind, zumal es dort auch sehr eng ist. Einzig der Bereich vor dem Vereinshaus – das sogenannte Rothaus (in Anspielung auf den Spitznamen der Mannschaften der TG Hörste: Rothosen) – dient als kleiner Biergartenbereich. Absolut genial ist ein dort aufgehängtes Plakat mit der Aufschrift: „Hörste – siehste.“ Und auch das Innere des eigentlich hochmodernen Rothauses ist einen Blick wert, wurde dort doch eine uralte Theke eingebaut. Die stand mutmaßlich schon im Vorgängerbau. Und überhaupt ist wieder viel Liebe zum Detail festzustellen. Absolute Legende ist der Schiedsrichter, den wirklich jeder zu kennen scheint. Fünf Minuten vor Anpfiff fehlt von ihm noch jede Spur, die Mannschaften stehen schon in Trikots auf dem Platz, da rauscht plötzlich ein Auto an. Es handelt sich um den Schiedsrichter, der schon komplett umgezogen aussteigt und ein geöffnetes Türchen kennt, durch das hindurch er den Platz betritt. Sowohl Spieler als auch Zuschauer lachen sich kaputt über den Mann, der hier also definitiv nicht zum ersten Mal ist. Der Schiri ruft noch schnell zum Verpflegungsstand, dass er nach dem Spiel gerne eine Bratwurst essen würde, dann erfolgt der Anpfiff.