Österreich, 2.Liga (2.Liga)
Samstag, 6. April 2024, 14.30 Uhr
Amstetten, Union-Platz
Einen Doppler traue ich mir trotz meines noch immer angeschlagenen Gesundheitszustands zu, aber wirklich nur einen sehr ruhigen. Mit dem Railjet geht es hinüber nach Amstetten und da es in Österreich glücklicherweise keine Zuschläge gibt, kostet die Hin- und Rückfahrt inklusive Tagesticket für Linz nur 32,80 Euro. In Deutschland kostet die von der Entfernung her vergleichbare ICE-Fahrt von Stuttgart nach Karlsruhe 39,50 Euro – und zwar für die einfache Strecke. Bei Amstetten (25.000 Einwohner) denke ich ehrlich gesagt sofort an Josef Fritzl, aber das ist natürlich unfair. Sonderlich spannend ist die Stadt nicht, aber doch hübsch. Typisches k.u.k. Flair. Eine kleine Besonderheit gibt es aber doch, denn im westlich der Innenstadt gelegenen Schulpark steht noch ein sowjetisches Ehrenmal. So etwas sieht man ja in Österreich recht selten. Dabei war das Land nach 1945 genau wie Deutschland in vier Besatzungszonen unterteilt und genau wie Berlin wurde auch Wien in vier Sektoren geschnitten. Niederösterreich, in dem auch Amstetten liegt, gehörte zur sowjetischen Besatzungszone, weshalb hier das Sowjetdenkmal steht. Österreich hatte sich dann jedoch zur Neutralität verpflichtet, weshalb die Alliierten recht zügig wieder abzogen. Aus diesem Grund trat Österreich erst 1995, als die Sowjetunion nicht mehr existierte, der EU bei und ist bis heute kein NATO-Mitglied. Der BRD wurde dieses Angebot auch gemacht, allerdings entschied sich Bundeskanzler Adenauer für die West-Bindung und akzeptierte die deutsche Teilung. Meine persönliche Meinung: Unglaublich, dass man Adenauer in Deutschland so durchweg positiv darstellt und sich nicht differenzierter mit ihm auseinandersetzt. Ich bin auf jeden Fall überhaupt kein Freund von Adenauer. Ein ganz großer Freund bin ich dagegen vom Stadion des SK Union Amstetten. Drei Seiten sind ausgebaut und komplett überdacht – so ein richtig schönes österreichisches Schmuckkästchen. Und an jeder Ecke ein Bier- und Fressstand. Für mich gibt’s heute natürlich nur Almdudler. Fanmäßig kann man die ganze Geschichte dagegen komplett vergessen. Im Heimblock stehen zehn Verirrte, die zum Spielbeginn Fahnen schwenken und danach doch lieber saufen. Der Gästeblock bleib gleich ganz leer bzw. nehmen ihn ein paar einheimische Zuschauer in Beschlag. Mit anwesendem Anhang aus Vorarlberg habe ich aber auch überhaupt nicht gerechnet. Zügig – so gut es eben in meinem Zustand geht – eile ich nach dem Abpfiff zurück zum Bahnhof, denn am Abend steht in Linz ein weiteres Spiel an.


































