FC Bad Dürrheim – SV Geisingen 1:1

Deutschland, Landesliga Südbaden – Staffel 3 (7. Liga)
Mittwoch, 17. April 2019, 19 Uhr
Bad Dürrheim, Salinenstadion – Platz 2

Gezielt den Nebenplatz in Bad Dürrheim ansteuern – da muss man schon einen ganz schönen Dachschaden haben. Da der Hauptplatz aber schon im April 2015 besucht wurde (LINK) und damals festgestellt werden musste, dass der Nebenplatz eigentlich über den besseren Ausbau verfügt, man an einem Mittwochabend sowieso nichts besseres zu tun hat und obendrauf die Lieblingsreisebegleitung sowieso nach Bad Dürrheim fährt, simma dabei. Schön ist, dass der Nebenplatz nicht nur den besseren Ausbau hat, sondern man von ihm auch den besseren Blick auf die beiden Solebohrtürme hat, die direkt hinter dem Tor stehen. Sie sind quasi das Wahrzeichen von Bad Dürrheim, dem darunterliegenden Salzlager verdankt die Stadt ihren Status als Kurbad. Der Salzabbau wurde zwar in den 1970er-Jahren stillgelegt, doch schon seit 1883 werden Solebäder für Kurgäste angeboten. Da Bad Dürrheim auf 733 Metern liegt, ist es damit das höchstgelegene Solebad Europas. Sportlich läuft der FC Bad Dürrheim hingegen alter Stärke hinterher und ist nach dem 1:1 gegen Absteiger Geisingen weit entfernt von der Rückkehr in die Verbandsliga.
 

















 

AS Blotzheim – SR Colmar 1:5

Frankreich, Regional 2 Alsace – Poule F (7. Liga)
Samstag, 13. April 2019, 19 Uhr
Blotzheim, Blotz'Arena – terrain 2

Nach Deutschland und der Schweiz folgt Frankreich als Gastgeber des dritten Spiels des Tages. Das Örtchen Blotzheim (4.500 Einwohner) ist mir alles andere als unbekannt, schließlich befindet es sich unmittelbar am Basler Flughafen, der auf französischem Staatsgebiet steht. Dennoch ist Blotzheim überraschenderweise keine Parkverbotszone. In den Zeiten, als es sich noch gelohnt hat, mit dem Billigflieger ab Basel zu starten, wurde das Auto grundsätzlich in Blotzheim abgestellt. Leider habe ich es in dieser Zeit nie geschafft, zur AS Blotzheim zu gehen, die damals noch im rustikalen Stade des Romains gespielt hat. Inzwischen ist ein neues, sehr modernes Wohngebiet entstanden, in das ein ebenfalls sehr modernes, u.a. mit Fahrstühlen ausgestattetes Stadion integriert wurde. Zwar kein Einheitsbrei und passt auch gut in die Umgebung, trotzdem war die alte Hütte deutlich besser. Dass heute nur auf dem Nebenplatz gespielt wird, senkt die Laune dazu ganz erheblich. Damit wurde nun wirklich nicht gerechnet, denn zum einen war auf der Homepage des Verbands (auf den in Frankreich eigentlich immer Verlass ist) der Hauptplatz als Spielort angegeben und zum anderen spricht bei diesem Gegner alles dafür, in der besten Stube der Anlage spielen zu lassen. Die SR Colmar kickte von 2010 bis 2016 in der 3. Liga und war in dieser Zeit – bedingt durch den Zwangsabstieg des Racing Strasbourg – die sportliche Nummer eins im Elsass. 2016 folgte aber auch in Colmar die Insolvenz und der Zwangsabstieg in die 7. Liga, in der der Verein noch immer festhängt. Geändert hat sich durch die Insolvenz auch der Vereinsname, denn während die Abkürzung SR ursprünglich für Sports Réunis stand, hat man sich nun in Stadium Racing umbenannt. Klingt zwar auf den ersten Blick sperrig, auf den zweiten aber fast schon originell, da ja auch das Stadion in Colmar einen englischen Namen hat. Nur das Racing wirkt mit Blick auf den übergroßen Nachbarn in Strasbourg ziemlich einfallslos. Erkennbare Fans hat Colmar allerdings nicht mitgebracht. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich im Januar 2014 von Basel nach Toulouse geflogen bin, um in den Pyrenäen das Drittligaspiel zwischen Luzenac und Colmar zu sehen (LINK). Damals saßen Colmar-Fans mit grün-weißem Schal mit im Flugzeug. Jetzt in der 7. Liga fahren sie nicht mal mehr bis zum Basler Flughafen mit. Insofern reicht dann doch der Nebenplatz der Blotz‘Arena, der die Rückseite der Tribüne nutzt, dort aber nur über eine Sitzreihe verfügt, während es auf der Hauptseite drei an der Zahl sind.
 
























Hauptplatz:


 

FC Allschwil – FC Cornol-La Baroche 4:1

Schweiz, 2. Liga interregional – Gruppe 3 (5. Liga)
Samstag, 13. April 2019, 17 Uhr
Allschwil, Stadion im Brüel

Über das Elsass geht es gemütlich weiter nach Allschwil, das genau an der französischen Grenze liegt und sogar einen eigenen Grenzübergang besitzt. Der ist am Wochenende unbesetzt, so dass es keine zeitlichen Verzögerungen gibt. Damit muss man bei Fahrten in die Schweiz ja leider immer rechnen. Das Stadion im Brüel – einer von insgesamt acht nebeneinanderliegenden Plätzen, die sich genau in der Einflugschneise des Basler Flughafens befinden – liegt nur etwa 300 Meter Luftlinie von der französischen Grenze entfernt, was sich sehr positiv auf den Handyempfang auswirkt. Für das hier noch empfangbare französische Netz zahlt man als EU-Bürger schließlich keine Roaminggebühren, für das Schweizer Netz hingegen schon. Ein deutlicher Unterschied ist wie gewohnt auch das Preisniveau. Für ein Bier und eine Wurst werden die üblichen 10 Franken (ca. 9 Euro) fällig. Ganz ungewohnt ist hingegen der Eintrittspreis, denn beim FC Allschwil bezahlt man an der Kasse einfach das, was man möchte. Das habe ich noch nirgendwo erlebt. Der heutige Gast kommt aus dem französischsprachigen Kanton Jura und auch die meisten Zuschauer im Stadion drücken dem FC Cornol-La Baroche die Daumen, für den es – im Gegensatz zum FC Allschwil – sportlich noch um etwas geht. Das Spiel bekommt dadurch internationales Flair, auch wenn das wiederum in der Schweiz nicht außergewöhnlich ist.