Deutschland, Bezirksliga Oberbayern – Staffel Süd (7.Liga)
Sonntag, 7. April 2024, 13 Uhr
München, Bezirkssportanlage Demleitnerstraße – Platz 2
Nachdem die vergangenen beiden Tage nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus eher schleppend waren, entschließe ich mich dazu, am heutigen Sonntag bereits die Heimreise anzutreten und noch mehr das Tempo herauszunehmen – allerdings mit Zwischenhalt im Münchner Amateurfußball. Dort gibt es mit dem FC Wacker eine Grande Dame und die lässt ihre Heimspiele bereits um 13 Uhr anpfeifen, was dem Hopper natürlich sehr entgegen kommt. Der FC Wacker hatte seine ganz große Zeit in der Weimarer Republik konnte sich da 2x als süddeutscher Meister für die Endrunde um die deutsche Meisterschaft qualifizieren. 1922 konnte man im Viertelfinale recht deutlich Arminia Bielefeld mit 5:0 ausstechen, scheiterte aber im Halbfinale am Hamburger SV (0:4). 1926 war der Modus schon etwas komplexer, aber auch da überstand der FC Wacker die erste Hürde in Form des Achtelfinales mit einem 1:0-Sieg (nach Verlängerung) gegen den Dresdner SC. Auch im Viertelfinale gewann man mit 5:2 gegen die Spvgg Sülz (der spätere 1.FC Köln), doch im Halbfinale war mit 2:8 abermals Endstation gegen den späteren deutschen Meister Hamburger SV. Im Dritten Reich spielte der FC Wacker von 1933 bis 1938 in der erstklassigen Gauliga Bayern. Nach dem Zweiten Weltkrieg hielt sich der Verein bis 1954 in der 2.Oberliga und anschließend bis 1980 in der drittklassigen Bayernliga – unterbrochen von ganz kurzen Ausflügen in die zweitklassige Regionalliga Süd. Anschließend ging der Daumen nach unten. 1980 stieg der FC Wacker erstmals in seiner Vereinsgeschichte in die Viertklassigkeit ab, 1994 kam er in der 6.Liga an. Hinzu kamen finanzielle Probleme, so dass 1995 der Neustart in der A-Klasse erfolgte. Ähnlich wechselhaft ist die Stadion-Historie des FC Wacker. Bis 1926 spielte er an der Plinganserstraße im Stadtteil Sendling, an der auch die heutige Bezirkssportanlage Demleitnerstraße steht. Von 1926 bis 1948 im Stadion an der Grünwalder Straße, dann bis 1963 wieder an der Plinganserstraße und schließlich bis 1972 im sagenumwobenen Dantestadion, das bei den Wacker-Fans aber immer verhasst war. 1972 erfolgte die Rückkehr an die Plinganserstraße, wo die Sportanlage 1971 zur Bezirkssportanlage Demleitnerstraße ausgebaut wurde. Der dortige Hauptplatz verfügt ringsum über eine paar Stufen. Das ganz besondere Datum im Münchener Amateurfußball ist der 31. März, denn bis dahin sind die Hauptplätze der Bezirkssportanlagen grundsätzlich gesperrt. Ab dem 1. April kann man Glück haben und so ist auch das heutige Heimspiel des FC Wacker gegen die DJK Pasing offiziell auf dem Hauptplatz angesetzt. Ein langes Gesicht gibt es bei mir aber bei der Ankunft, denn trotz des schönen Wetters wird nur auf dem Nebenplatz gespielt. Es sind aber auch einige andere Hopper anwesend, die darauf reingefallen sind – und lautstark abkotzen. Eeeey, haste auch Hauptplatz gedacht? Das kann man jetzt aber nicht mehr ändern und so bleibt immerhin der Blick auf die Sportanlage an sich, die regelrecht zugepflastert ist mit Wacker-Aufklebern. Es fehlt allerdings die zugehörige Fanszene und auch wenn immerhin eine Zaunfahne hängt, bin ich doch enttäuscht davon, wie wenig bei diesem Traditionsverein am Spielfeldrand los ist. Anderswo in Deutschland hätte sich da sicherlich eine kleine Fanszene entwickelt, in München jedoch nicht.
























