DSC Arminia Bielefeld U19 – SC Preußen Münster U19 3:1

Deutschland, A-Jugend-Bundesliga West (U19, 1. Liga) 
Mittwoch, 21. August 2019, 19.30 Uhr 
Bielefeld, Stadion Brackwede 


Auch am heutigen Mittwoch bietet der Bielefelder Kreispokal wieder ein reichhaltiges Sortiment an, allerdings bekommt dann doch die A-Jugend-Bundesliga den Zuschlag. Arminia Bielefeld gegen Preußen Münster, das liest sich einfach gut, denn beide Vereine hassen sich wie die Pest. Ein großes Feuerwerk erwarte ich zwar nicht, aber immerhin ist die Arminia-Szene mit etwa 20 Leuten und zwei Zaunfahnen vertreten. Kein Support, einfach nur rumlungern. Aus Münster ist wie erwartet niemand dabei. Bei der Arminia hat der Standort Brackwede eine lange Tradition, ohnehin ist der Stadtteil eine Arminia-Hochburg innerhalb von Bielefeld. Ich habe auch nirgendwo in der Stadt so viele Arminia-Aufkleber wie in Brachwede gesehen. Sowohl die A- als auch die B-Jugend tragen ihre Bundesliga-Heimspiele im Stadion Brackwede aus, ebenso war früher auch die zweite Mannschaft hier beheimatet. Inzwischen spielt sie im Stadion Rußheide. Da wundert es nicht, dass das Stadion Brackwede einen Sponsorennamen trägt, obwohl mit dem SV Brackwede der eigentliche Hausherr nur in der Kreisliga B spielt. Brackwede gehört seit 1972 zu Bielefeld und war davor dafür bekannt, das größte Dorf Europas zu sein, denn trotz seiner 25.000 Einwohner bekam Brackwede erst 1956 die Stadtrechte verliehen. Dass hier kurz danach ein Bauboom einsetzte, sieht man dem Stadtteil noch heute ganz entscheidend an. Sehr viel 60er- und 70er-Jahre-Platte, hat schon fast musealen Charakter. Und noch eine Besonderheit weist der Stadtteil auf, denn anhand seiner Aussprache erkennen Bielefelder, ob sie sich gerade mit einem echten Bielefelder unterhalten. Der Grund: Das „c“ ist ein Dehnungsbuchstabe, man sagt also „Braakwede“, was allerdings nur alteingesessene Bielefelder machen, während Zugezogene und Auswärtige den Stadtteil „Brakkwede“ aussprechen. Allerdings gilt für Bielefeld, was auch für den Rest der sich globalisierenden Welt gilt: Regionale Besonderheiten verschwinden und das langgezogene „a“ in Brackwede hört man immer weniger. Ich selbst sage übrigens „Braakwede“, denn meine Familie stammt aus Brackwede – 300 Meter Luftlinie vom Stadion entfernt. Das ist hier also sozusagen ein echtes Heimspiel für mich.