SV Burgaltendorf – DJK SF Katernberg 0:5

Deutschland, Bezirksliga Westfalen – Staffel 6 (7.Liga)
Freitag, 10. November 2023, 19 Uhr
Essen, Sportplatz an der Windmühle

Heeey, ab in den Ruhrpott – dem Fußball hinterher. Essen ist heute Abend angesagt, natürlich wieder schön nach Feierabend mit dem Zug. Die Freundin ist auch dabei, zumal auf sie nach dem Spiel ein ganz spezielles Highlight wartet. Aber erst einmal wartet der SV Burgaltendorf mit seinem Sportplatz an der Windmühle. Eigentlich ein Kunstrasenplatz ohne wirklichen Ausbau und trotzdem ein richtig nettes Teil. Zum einen gibt es einen schön mit Lichterkette beleuchteten Unterstand gleich am Eingang, zum anderen einen ebenfalls überdachten Gastro-Bereich hinterm Tor, der schon beinahe Kneipen-Atmosphäre bietet. Und da gehen auch einige Stauder-Pilsken und Mantaplatten über die Theke. Insgesamt alles schön eng auf diesem Sportplatz und das mitten im Wohngebiet. Da heute die Sportfreunde Katernberg zu Gast sind, bei denen Helmut Rahn spielte, ehe er 1951 von ihnen zu Rot-Weiß Essen wechselte, sind auch die Ultras Kaddernberch anwesend, die nach Abpfiff im Jubel über den 5:0-Sieg für eine kleine Pyroshow sorgen. Die nehmen wir noch mit, dann ziehen wir weiter zum Rüttenscheider Stern, der im Herzen des Essener Ausgehviertels liegt, das einfach nur kurz „Rü“ genannt wird. Zielobjekt ist die Schlager-Kneipe „Drehscheibe“, die von Rene Pascal betrieben wird. Der inzwischen 83-jährige Schlagersänger mit seinem markanten blonden Toupet ist gelinde gesagt ziemlich speziell und einem breiteren Publikum bekannt, weil er mal von Stefan Raab in „TV Total“ durch den Kakao gezogen wurde. Ich kenne ihn durch meine Freundin, die hin und wieder von ihm spricht und noch heute über ihn lacht, und so bietet sich das an, den Ausflug zum SV Burgaltendorf mit einem Besuch in der „Drehscheibe“ zu verbinden, die nur freitags und samstags ab 21 Uhr geöffnet hat. Es heißt, dass Rene Pascal dort stets an der Theke sitzen würde und zu späterer Stunde dann auch mal selbst zum Mikro greift. Kaum öffnen wir die Tür der Kneipe, sehen wir auch schon den blonden Fiffi und sind glücklich. Richtig bizarre Konstellation, denn der Herr, der sich auf den Plakaten in und vor der Kneipe selbst als „Schlagergott“ bezeichnet, sitzt wie ein Prinz gelangweilt an der Theke, wird alle paar Minuten von den schwärmenden Gästen nach einem Selfie gefragt, setzt ein übertriebenes Grinsen auf und lässt die Mundwinkel dann sofort wieder nach unten fallen. There is no business like show business. Jedes Selfie muss ihm gezeigt und von ihm abgesegnet werden, ansonsten muss man es löschen. Darum gibt es auch an dieser Stelle kein Foto von ihm, weil er es nicht autorisiert hat. Wir sind hier ganz klar die jüngsten Gäste und finden das alles eher lächerlich, aber ein Selfie mit Rene Pascal lässt sich meine Freundin dann doch nicht nehmen. Sie ist zufrieden, weil sie das Selfie hat. Ich bin zufrieden, weil ich einen neuen Ground habe.