SG Union Wasseralfingen U19 – SG Schrezheim U19 2:3

Deutschland, A-Junioren-Bezirkspokal Ostwürttemberg (1.Runde)
Samstag, 9. September 2023, 16 Uhr
Aalen, Sportplatz am Erzstollen

Ich hatte es schon im vorherigen Bericht erwähnt: Wasseralfinger ist mein Lieblingsbier aus Baden-Württemberg. Selbst den richtig schönen, melancholischen Wasseralfinger-Song (hier nachzuhören) lasse ich gerne mal bei mir zu Hause laufen. Leider gibt es baden-württembergische Biere oft nur in einem bestimmten Radius rund um die jeweilige Brauerei zu kaufen und so verhält es sich auch bei Wasseralfinger. Darum steht heute neben dem Fußball- ebenso der Bier-Genuss im Mittelpunkt. Als wäre der Aalener Ortsteil Wasseralfingen durch sein Bier nicht schon interessant genug, steht hier mit dem Sportplatz am Erzstollen auch noch ein Ground mit kleinem Ausbau – und das in überaus interessanter Nachbarschaft, denn direkt daneben geht es hinab in den namensgebenden Erzstollen Wilhelm I. – gemeint ist nicht der deutsche Kaiser, sondern der gleichnamige, von 1816 bis 1864 regierende württembergische König, dessen Büste noch heute über dem Eingang zum Stollen steht. Dass Wasseralfingen (11.000 Einwohner) eine Bergbautradition hat, sieht man schon an den gekreuzten Hämmern im Ortswappen. Bereits 1671 wurde ein Hüttenwerk errichtet, das immer weiter ausgebaut und ab 1860 eines der größten in Europa war. Die Wasseralfinger Eisenhütte erhielt daher den Beinamen „Hauptgießerei des Landes“, da hier 80 Prozent des württembergischen Eisens produziert wurde. Die von Stuttgart kommende Bahnstrecke endete früher daher nicht wie heute am Aalener Hauptbahnhof, sondern in Wasseralfingen. Maßgeblich war es der Stollen Wilhelm I., der die Eisenhütte von Beginn an mit dem nötigten Erz versorgte, ehe sie 1939 geschlossen wurde. Seit 1979 ist der Stollen wieder als Besucherbergwerk geöffnet, so auch heute, aber leider fehlt mir die Zeit. Stattdessen geht es hinüber zum Sportplatz von Viktoria Wasseralfingen, wo die Zuschauer auf einem Schild am Eingang ganz bergmännisch mit „Glück auf“ begrüßt werden. Der Sportplatz am Erzstollen ist auch Heimat der Jugendspielgemeinschaft Union Wasseralfingen, die 2015 von den drei Wasseralfinger Vereinen Viktoria, DJK und SV gegründet wurde. Beeindruckend, dass Wasseralfingen drei Fußballvereine hat! Vorhanden ist wie erwähnt ein kleiner Ausbau in Form von drei Stufen. Alles schon ein bisschen in die Jahre gekommen und genau so, wie wir Hopper das mögen. Und ganz wichtig: Im Vereinsheim wird natürlich Wasseralfinger frisch vom Fass ausgeschenkt. Auf dem Rasen geboten wird die erste Runde im A-Junioren-Pokal des hiesigen Fußballbezirks Ostwürttemberg, aus der die Wasseralfinger leider ganz knapp ausscheiden. Da nach Abpfiff kein Bus mehr fährt, geht es zu Fuß hinunter zum Wasseralfinger Bahnhof, wobei ich an zwei ganz wichtigen Punkten vorbeikomme – am nach wie vor intakten Hüttenwerk und einem Supermarkt, um den Rucksack bis zum Anschlag mit Wasseralfinger-Bier vollzuhauen.






























 

TSG Hofherrnweiler/Unterrombach – TSG Tübingen 2:2

Deutschland, Verbandsliga Württemberg (6.Liga)
Samstag, 9. September 2023, 13 Uhr
Aalen, Sportplatz Hofherrnweiler

In Baden-Württemberg werden wir von vielen guten Brauereien verwöhnt, aber dennoch hat ja jeder so seine eigene Ländle-Bier-Top-5. An der Spitze meiner Charts steht das Wasseralfinger aus dem gleichnamigen Aalener Stadtteil. Leider kann man es nur rund um Aalen kaufen und so beschließe ich, den heutigen Samstag mal in Aalen zu verbringen – mit dem Schwerpunkt auf Wasseralfinger. Wie gut, dass mit der TSG Hofherrnweiler/Unterrombach die Nr.2 der Stadt bereits um 13 Uhr in der Verbandsliga Württemberg zum Anpfiff blasen lässt, so dass man im Anschluss auch noch ein zweites Spiel anschauen kann, nämlich in Wasseralfingen selbst. Ebenso gut ist, dass in Aalen heute Stadtfest ist und bereits ab Vormittag überall in der Altstadt Bierstände von Wasseralfinger aufgebaut sind. Da die Aalener Innenstadt auch noch eine Wirtshaus-Kultur hat, kann man dort also sehr gut Zeit verbringen. Und weil heute irgendwie alles wirklich wie am Schnürchen läuft, setzt die Deutsche Bahn auf der Strecke zwischen Stuttgart und Aalen uralte Züge ein, in denen man sogar noch die Fenster herunterziehen kann. Damit jubelt nicht nur der Wasseralfinger-Fan, sondern auch der Eisenbahn-Romantiker in mir. Eigentlich gar nicht jubeln lässt mich die TSG Hofherrnweiler/Unterrombach. Den Ground wollte ich schon im Juli 2019 machen (siehe hier), aber damals schlug in der Nacht vor dem Spiel der Maulwurf zu und das Spiel wurde kurzfristig auf den Kunstrasenplatz verlegt, auf dem der Verein seitdem recht gerne spielt. Wie angekündigt wird heute zwar auf dem Hauptplatz gespielt, aber Aufsteller werben schon für das neue Stadion, das der Verein auf seinem dritten Platz bauen will. Man wird also auf absehbare ein weiteres Mal nach Hofherrnweiler fahren müssen. Das entlockt auch dem ebenfalls anwesenden Schumi, mit dem ich gestern schon in Rutesheim das Spiel verlabert hatte, nur ein müdes Lächeln. Während der nach dem Abpfiff wieder zurück nach Stuttgart düst, setze ich mich in den Linienbus und fahre zum meinem eigentlichen Highlight des Tages – nach Wasseralfingen.